Kameragehäuse (Hans Hass)

Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon Frog » Mo 23. Dez 2019, 05:47

Dieses seltene von Hans Hass entwickelte Kameragehäuse wird momentan auf Ebay angeboten.

https://www.ebay.de/itm/Robot-II-Ro-Bo- ... 1438.l2649


s-l1600 (1).jpg


s-l1600.jpg


s-l1600 (2).jpg


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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon oxydiver » Mo 23. Dez 2019, 07:51

Hallo Uwe,

auf Facebook hab ich dazu geschrieben:

Die Kamera ähnelt tatsächlich denen von H. Hass verwendeten Typen. Ist aber meiner Meinung nach eine (jungere?) Konstruktion die kaum im Wasser war. Hier mal Kameras die Hass gesichert verwendet hat.

Hass Kameras.jpg


Gruß Micha
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon Frog » So 29. Dez 2019, 19:06

Wow das gute Stück ging aber mal für richtig viel weg.
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon oxydiver » So 29. Dez 2019, 19:43

War zu erwarten wenn Hans Hass danebensteht und bei der Werbung :-) Ich hätte mir ne Diskussion über die Authentizität gewünscht. Aber das Forum ist halt tot.

Gruß Micha
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon Frog » So 29. Dez 2019, 21:43

Dies war ja noch in dem Angebot angeführt.

"Hans Hass: Er hatte sich von der Harpune auf den Fotoapparat verlegt und 1938 einen Wiener Schlosser gebeten, nach seinen Plänen ein wasserdichtes Gehäuse für seine Kamera (eine RoBoT II der Fa. Robert Berning & Co., Düsseldorf) zu bauen. Mit dieser schoss er in den Kornaten seine ersten Unterwasserbilder (es konnte unter Wasser nur der Auslöser bedient werden, Zeit und Blende mussten außerhalb des Wasser eingestellt werden!). Original-Konstruktionszeichnung

Original Plan von H. Hass. Konstruktionszeichnung für das UW-Gehäuse des Robot II
Aber ob es diese Kamera ist weiß ich nicht, aber es wurden sicher mehrere gebaut
Funktion na ja ???Eine Schraube ist nicht mehr Original - innen Kamera fehlt. Wahr aber eine Alte LEICA

scaled-214x300-HH-UWRobot-Konstruktion.jpg
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon oxydiver » Mo 30. Dez 2019, 05:54

Hallo Uwe,

diese allbekannte Konstruktionszeichnung zeigt eben das 1942er Ägäis Gehäuse, mit untenliegendem Zentralverschluß. Das E-Bay Gehäuse ist da und in verschiedenen Details anders.Hass war ja eigentlich überzeugt von Zentralverschlüssen, das zeigen auch all seine andern Gehäuse (auch die gegossenen Rotes Meer Gehäuse für die Leika von Schäfer)

Gruß Micha
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon Franz » Mi 1. Jan 2020, 16:20

Micha, Uwe,
die Rolleimarin hat ebenfalls einen "Zentralverschluß" um das Gehäuse zu verschließen. Besser ist der Begriff "Bügelverschluß", den mt "Zentralverschluß" ist in der Fototechnik eine ganz bestimmte Mechanik zur Belichtung gemeint.

Der Bügelverschluß hat einige Vorteile gegnüber mehreren Verschlußschrauben:

- Schnell zu öffen oder zu Verschließen
- Gleichmäßiger Anpressdruck

Ich bin gespannt in welcher Sammlung das Gehäuse auftaucht und tippe auf zwei unserer Mitglieder. Es würde sich lohnen über das Gehäuse in unserer Zeitschrift ausführlich zu berichten.

Alles Gute für 2020,
Gruß,
Franz
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon oxydiver » Do 2. Jan 2020, 05:45

Hallo Franz,

gerade dieser nicht vorhandene zentrale Bügelverschluß brachte mich ja zum überlegen. Auf jeden Fall ist es handwerklich top gemacht, groß im Wasser war es aber wohl nicht. Die genaue Herkunft und Baujahr wird sich aber nicht mehr feststellen lassen, der Verkäufer hatte es wohl von einem anderen Sammler vom Flohmarkt gekauft.

Gesundes neues Jahr
Micha
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon Franz » So 5. Jan 2020, 09:55

Hallo zusammen!

Michael Jung hat sich zum Thema geäußert:

Hallo Franz,
ja, er hatte mehrere Robot-Gehäuse. Während der Griechenland
Expedition verwendete Hass tatsächlich bereits ein Robot-Gehäuse, bei
dem der Rückendeckel durch vier Schrauben fixiert war (siehe anbei).
Leider sind die Robot-Gehäuse von HH verschollen.
Eines gab er 1944 an Wurzian, der es mit nach Valdagnio zu den
deutschen Kampfschwimmern nahm und dort Aufnahmen unter Wasser im
Schwimmbad machten (habe ich im Archiv). Wurzian nahm das Gehäuse dann
nach Alga und nach Sylt mit. Dort wurde es bei Kriegsende von den
Engländern beschlagnahmt und mitgenommen.
Ein weiteres Gehäuse war Bestandteil der Hans Hass Ausstellung, die in
den 1980er Jahren durch DE und AT zog. Sie wurde anschließend in Linz
eingelagert, und zwar durch den Manager der Ausstellung unsachgemäß in
einem alten Eisenbahnwaggon. Er war undicht und wrude auch mal
aufgebrochen, wobei viele wertvolle Teile der Ausstellung verschwanden
(Tagebücher, Gehäuse). Dabei gingen neben den Gegenständen von Hans
Hass auch ein für die Ausstellung ausgeliehenes Helmtauchgeräte von
„Wurzi“ Zauner aus Hallstadt im Salzkammergut verloren. Der Manager
beging 1995 Freitod, und das ganze kam erst danach ans Tageslicht.
Kann sein, dass er aus Geldnot auch einige Teile unter der Hand
verkauft hat, denn er hatte sehr hohe Wettschulden.
Ich werde Aufnahmen der Ausstellung heraussuchen, und schauen, ob
dieses Gehäuse dort abgebildet ist.
Wo ist das Gehäuse in AT aufgetaucht. In Linz?
Gruß
Michael

(C)_HIST-ARCHIVE-Greece1942-3#.jpg

Die Geschichte wird also langsam interessant. Ich frage in England nach, ob sich das konfiszierte Gehäuse vielleicht irgendwo findet.

Gruß,
Franz
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Re: Kameragehäuse (Hans Hass)

Beitragvon Franz » So 5. Jan 2020, 10:27

Hallo Zusammen!

Das Gehäuse ist inzwischen hier in Neustadt. Ich soll eine Kamera einbauen und alles wieder gangbar machen.
Es wiegt 3 kg ohne Kamera. Größe des Gehäuses: 123 x 103 x 77 mm.

L1250633.jpg

L1250618.jpg

L1250619.jpg

L1250620.jpg

L1250621.jpg

L1250623.jpg

L1250624.jpg

L1250627.jpg

L1250609.jpg


Das Gehäuse war wohl nie im Wasser, es zeigt nur an einigen Stellen sehr leichte Korrosion.
Ich habe eine Vermutung, es könnte sich um das allererste Gehäuse handeln, wegen einiger Unzulänglichkeiten hat Hass es nicht verwendet:

- Der Peilsucher sitzt seitlich versetzt und vergrößert somit das Paralaxenproblem. Zudem zeigt der Peilucher ins Unendliche. Wie ich Hass kenne, waren seine Peilsucher mit verschiedenen Markierungen zu den Aufnahmeentfernungen versehen. Diese erkennt man an den Folgemodellen.

- Die unglückliche Hebelkonstruktion des Verschlußauslösers, sie stört im Blickfeld. An den Folgemodellen fehlt dieser Hebel. Zum Auslösen wurde der Übertragungsstift nach unten gedrückt und anschließend wieder nach oben gezogen. Das hat der Ring am oberen Ende erleichtert.

- Die sehr dünnen Drähte im Rahmensucher. Diese hätten nichtmal der ersten Tauchgang überstanden. Eigentlich ein Beleg dafür, daß das Gehäuse nie im Wasser war. Ein wunder, daß sie noch nicht gerissen sind.

- Die Gehäuseverschlußschrauben haben einen Kerndurchmesser von 3,8 mm (Zollgewinde). Sie sind aus Messing und könnten beim Festziehen leicht abreißen. . .

- Die Skalen für die Verschlußzeiten und Entfernungen sind bei den Nachfolgegehäusen im Durchmesser wesentlich größer.

- Fehlende Möglichkeit zum Vorschwenken von Farbfiltern. Eine solche Vorrichtung gab es in den Nachfolgemodellen, man sieht sie in der Konstruktionsskizze.

- Die Kamera wird mittels einer Schraube von unten durch die Gehäusewand befestigt, das ist ein unnötiges "Leckrisiko". Die Robot sitzt auf einem Sockel, unter diesem ist genügend Platz für eine Rändelschraube im Gehäuseinnern.

Was meint Ihr?

Gruß,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am So 12. Jan 2020, 14:34, insgesamt 7-mal geändert.
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