ONDIPHOT

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Beitragvon Franz » So 9. Jan 2022, 21:12

Hallo Zusammen!

Hat jemand Informationen zum Unterwassergehäusehersteller "Ondiphot"? Das Gehäuse war der Vorläufer der Rolleimarin und wurde Anfang der 1950er Jahre in Frankreich hergestellt. Es gab verschiedene Modelle:

Ondiphot sean-sells (1)#.jpg

Ondiphot UWH jackandjill (2)#.jpg


Demnächst habe ich das blaue Gehäuse inNeustadt zur Restauration und Ausstattung mit einer Rolleiflex. Darüber wird hier berichtet,

Gruß,
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Lothar » So 16. Jan 2022, 11:03

Da kannst Du doch auch ein Artikelchen für die TH drüber schreiben.
Gruß, Lothar
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » So 16. Jan 2022, 15:42

Lothar!
Stimmt, der Artikel liegt schon auf Kiel. Wir sammeln erstmal Informationen. Es sind einige daran beteiligt: Sid Macken, Andrés Claròs, John Wild, Philipp Jungschläger und ich. Es wird aber etwas dauern, bis das gute Stück restauriert ist. Andrés schickt es hierher nach Neustadt. Mal schaun, wie neu soll das Gehäuse nach dem Restaurieren nicht aussehen. Ich baue eine Rolleiflex ein und schaue, dass alles funktioniert. Diese Ondiohot ist schon eine ziemlicher unhandlicher Klotz.

Gruß,
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon oxydiver » Di 18. Jan 2022, 10:29

Hallo,

zumindest im Netz findet man wirklich nicht viel. Im Archiv bin ich auf ne kleinen Textstelle gestoßen:

"L’Ondiphot qui concurrence le Rolleimarin. Ce boîtier conçu par Pierre Boucher et Jacques Gadreau est fait de tôle d’acier très résistante aux chocs. Il comporte un hublot supérieur qui permet la visée et la mise au point sur le dépoli du Rolleiflex. Inconvénient, audelà de 20 mètres il faut l’équiper d’un système respirant." (L’Ichtyosandre, Mai 2007)

Gruß Micha
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » Di 18. Jan 2022, 21:48

Hai Micha,
des Französischen bin ich nicht mächtig, bis auf das Lesen von Speisekarten. Alo musste Googel Translator herhalten:
Der Ondiphot, der mit dem Rolleimarin konkurriert. Dieser von Pierre Boucher und Jacques Gadreau entworfene Koffer ist aus sehr schlagfestem Stahlblech gefertigt. Es hat ein oberes Bullauge, das das Zielen und Fokussieren auf die Rolleiflex-Mattscheibe ermöglicht. Nachteil, über 20 Meter muss es mit einem atmungsaktiven System ausgestattet sein." (L'Ichtyosandre, Mai 2007)

Das ist ein wertvoller Hinweis, Ich werde Jean nach der Ausgabe von 2007 fragen.

Gruß,
Franz
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon oxydiver » Di 18. Jan 2022, 23:45

Haben wir doch im Archiv, mehr steht da aber leider nicht.....
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon oxydiver » Fr 21. Jan 2022, 18:10

In Richters Buch "Unterwasserfotografie"von 1960 ist es auch drin, mehr steht da leider auch nicht.

ondiphot.jpg


Gruß Micha
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » So 26. Jun 2022, 13:37

Hallo Zusammen,

das Gehäuse ist vor zwei Tagen hier angekommen:

L1290316.jpg

L1290319.jpg

L1290325.jpg

L1290329.jpg

L1290331.jpg

L1290333.jpg

L1290335.jpg

L1290345.jpg

L1290346.jpg

L1290348.jpg

L1290393.jpg


Das ist eine ziemliche Baustelle. . . . Von den Kleinteilen wird nicht alles zum Gehäuse gehören. Es stammt von 1948. Verschlußzeit und Blende waren nicht verstellbar.
Es fragt sich, wieweit die Restaurierung gehen soll? Die schwarze Farbe und das orangene Bleimenninge sind nicht original. Ich tendiere dazu in der petrolblauen Originalfarbe (1. Beitrag, 1. Foto) zu lackieren, die Messingteile jedoch nur zu reinigen, die Patina belassen. Eine Rolleiflex wird eingebaut, Entfernungseinstellung, Auslöser und Filmaufzug sollen wieder funktionieren. Jetzt ist erstmal WD40 in Aktion.

Gruß,
Franz
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Kratermann » So 26. Jun 2022, 19:20

Oh ja, das sieht nach einer Menge Arbeit aus!


Wenn ich den, aus dem Französischem übersetzen, Text richtig verstehe, wird empfohlen, das Gehäuse für größere Tiefen mit einem Lungenautomaten "druckfest" zu machen.

Ist dafür am vorliegenden Gehäuse ein Anschluss vorgesehen? (Vieleicht der mit dem Blindverschluss und Kette...) Welcher Automat kam in den 1950ern dafür in Frage?


Viele Grüße,
Jens
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » So 26. Jun 2022, 19:38

Hallo Jens,

auf der rechten Seite, unten vorn, kann ein Fahrradventil montiert werden. Wozu der Deckel mit Kette gut sein soll weiss ich noch nicht,
der ist nicht original. Er lässt sich noch nicht öffnen, WD40 muß erstmal einwirken.

Gruß,
Franz
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Kratermann » So 26. Jun 2022, 20:06

Na da bin ich ja mal gespannt.

Allerdings denke ich, Fahrradventil und "atmungsaktives System" passen nicht so recht zu einander...

Viele Grüße,
Jens
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » So 26. Jun 2022, 21:13

Jens,
Recht hast Du, das geht nur vor dem Tauchgang mit einer Fahrradpumpe. Oder währen dem Tauchgang mit einem Adapter am Atemregler,
der erlaubt den Unterdruck im Kameragehäuse auszugleichen.

Ich frage mich, wie das Oblektiv die Prozedur verträgt,
die Luft muß zwischen die Linsen. Das hat aber funktioniert.

Mann haben wir es dagegen heute so leicht. Hut ab vor den Pionieren.

Ohne Überdruck,
Franz
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » Mo 27. Jun 2022, 08:01

Hallo Zusammen,

Andrés hat mir dieses Foto von 1955/56 geschickt:

UWH for Rolleiflex Cousteau dt.jpg


Ondiphot a la Cousteau, fangen wir oben an:
- Sportsucher mit ordentlich Paralaxe
- zwei Bretter zur Steuerung des Auftriebs
- ein Loch in der Mitte der Bretter als Suchereinblick. Schaut da ein Winkelprisma heraus?
- unter dem Brett vorn eine Druckluftflasche mit einem Automat für den Druckausgleich.
- vorn im Sucherfenster scheint es eine Einstellvorrichtung für Zeit und Blende zu geben. Über dem Frontfesnter ist vorn oben rechts ein Stellknopf zu erkennen.

Gruß,
Franz
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Kratermann » Mo 27. Jun 2022, 18:49

Aha, bei Meister JYC hatte die Kamera also ein eigenes komplettes Druckluft-Tauchgerät!
Respekt! Das Ding muss an Land ja sauschwer gewesen sein...

Um die Objektive mache ich mir eigentlich wenig Sorgen. Die sind zwar verschraubt, aber nicht 100% gasdicht. Außerdem sind die Linsen recht massiv.
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » Mo 27. Jun 2022, 21:31

Hai!

Den Verschluß mit Kette habe ich aufbekommen. Das ist ein Stromanschluß aus dem Schiffszubehör
und war nicht serienmäßig:

L1290394.jpg
Das ist ein Elektroanschluss!

L1290399.jpg
So sieht innen die Gegenseite aus. Da sind zwei Anschlüsse zu sehen.


Ansonsten ist die Demontage schwierig, jede Schraube eine Herausforderung.
Die Gummidichtungen haben sich im Laufe der Jahrzehnte zu Kraftkleber entwickelt,
halten sogar die Schrauben fest.

Gruß,
Franz
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Kratermann » Di 28. Jun 2022, 19:54

Hallo Franz,

hast Du schon eine Vermutung, für was dieser elektrische Anschluss sein könnte?
Ist ein Unterwasserblitz in den 1950ern denkbar?
Es gab ja da diese "Einmal-Blitz-Lampen"...

Viele Grüße,
Jens
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » Di 28. Jun 2022, 21:51

Hallo Jens,

Hans Hass hat in den 50er Jahren mit Elektronenblitzen gearbeitet.

9#.jpg
Australien, Frühjahr 1953.


Welcher Blitz an der Ondiphot angeschlossen war, ist unbekannt.
Der Blitzanschluß stammt von einem Bootsausstatter in den USA, man kann nach ihm googeln.

Gruß,
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Kratermann » Di 28. Jun 2022, 22:28

Ja, den Bootsausstatter habe ich auch schon gefunden. Näheres ist aber leider nicht zu erfahren.

Viele Grüße,
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon Franz » Mi 29. Jun 2022, 21:35

Hallo Zusammen,

das schwarze Gehäuse hat einmal Peter Gimbel gehört:
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gimbel

Gruß,
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Re: ONDIPHOT

Beitragvon oxydiver » Sa 2. Jul 2022, 17:03

Appropos Gehäuse Druckausgleich., wenn man es nicht macht sieht ein dünnes Gehäuse dann so aus wie mein improvisierter Spraydosen Auftriebskörper der Videoleuchte....35m dann ploppp:-)

Ist das Gehäuse aus Stahlblech?

Gruß Micha
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