Silikonmembranen für alle Regler

oder auch Kompaktregler genannt

Re: Silikonmembranen für alle Regler

Beitragvon Franz » Do 11. Aug 2022, 12:43

Hallo Micha,

die Kiste stammt von mir und ich habe sie von Josef. Wir könnten die Messwerte an der Oberfläche nehmen.

Gruß,
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Re: Silikonmembranen für alle Regler

Beitragvon oxydiver » Di 16. Aug 2022, 17:35

.. könnte man, aber sind die repräsentativ für den tatsächlichen Einsatz?

Micha
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Re: Silikonmembranen für alle Regler

Beitragvon Franz » Di 16. Aug 2022, 18:51

Micha,

stimmt, an der Oberfläche gibt es keine Schwimmlage. Das gilt auch für Einschlauchregler.
Mit dem Thema habe ich mich noch nicht befasst, da sollte Thomas was dazu sagen. Ich schicke ihm eine Nachricht.

Gruß,
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Re: Silikonmembranen für alle Regler

Beitragvon taino » Mi 24. Aug 2022, 17:22

Hallo Mitstreiter

Franz hat sich bei mir gemeldet und meinte, ich könnte vielleicht etwas zum Thema ‚Messen des Atemwiderstandes‘ beitragen, welches gerade im Faden ‚Silikonmembranen für alle Regler‘ diskutiert wird, deshalb melde ich mich mal hier, auch wenn ich zu Silikonmembranen absolut nichts beitragen kann.

Das Messen des Einatemwiderstandes (EAW) mit einem Magnehelic oder anderen Messgeräten wird ja normalerweise im einfachsten Fall durch das Verbinden des Messgerätes mit dem Mundstück bewerkstelligt, und dann wird langsam durch ein separates Mundstück eingeatmet, bis man ‚hört‘, wie sich das Ventil öffnet und dann wird geschaut, wo die Nadel steht.

Bequemer ist das Messen natürlich, wenn auch noch ein MDmesser verbunden ist, weil man dann eine optische Referenz hat.

Wenn der MD beim langsamen Einatmen absackt, hat sich das Ventil geöffnet und man liest gleichzeitig den Wert auf dem Magnehelic ab.

Diese Werte werden natürlich nur an der Oberfläche gemessen, und je nach Reglertyp (Einschlauch- oder Zweischlauch) wird die Positionierung unter Wasser zu mehr oder weniger größeren Abweichungen führen.

Bei Einschlauchregler, mit denen ich mich gut auskenne, spielt die Position des Tauchers unter Wasser kaum eine Rolle, solange die Werte innerhalb der Specs bleiben.
Ich vermute, dass das vom Hersteller her prinzipiell auch für Zweischlauchregler gilt, auch wenn dort die Position des Tauchers im Wasser eine größere Rolle spielt.
Ich wüsste nicht wie man in der Praxis den EAW U/W messen könnte, da würde nicht mal eine Druckkammer helfen.
Deshalb gehe ich davon aus, dass die Hersteller diese ‚leichten‘ Druckunterschiede und ihre Auswirkungen auf den EAW, die in den verschiedenen U/W Positionen entstehen, als vernachlässigbar in die Specs mit ‚einpreisen‘, sodass sich der EAW auch in extremen Positionen nicht soweit erhöhen kann, als dass sie da eine Gefahr darstellen könnten.

Seit ich 2008 meine Scuba Equipment Werkstatt eröffnet habe, habe ich immer mit Prüfgeräten gearbeitet, mit denen ich nicht nur die vorher beschriebenen statischen Tests machen konnte, sondern auch dynamische.

Ich arbeite bis jetzt nur an Einschlauchreglern, aber generell gilt es natürlich auch insbesondere für Vintage Zweischlauchregler, dass es sinnvoll ist, sie einem ‚Stresstest‘ zu unterziehen, um zu sehen ob die zusammenwirkenden Komponenten alle noch ihre Aufgaben auch bei größerem Luftdurchfluss (d.h. in der Tiefe), erfüllen.
Dabei halte ich am wichtigsten, dass man sehen kann, wie stark der dynamische MD unter Belastung einsackt, und inwieweit gleichzeitig der EAW steigt.

Wenn die Hauptfeder durch ihr Alter ermüdet sein sollte, dann merkt man das beim Messen des statischen MDs noch nicht unbedingt, aber wenn mehrere hundert Liter Luft durch die 1ste und zweite Stufe gesaugt werden (bei Zweischlauchreglern entsprechend nur die eine), dann kann das starke Absacken des MDs einen Hinweis darauf geben, dass der Regler in größeren Tiefen Probleme haben könnte, den Taucher (und gegebenenfalls den Partner am Oktopus), mit genügend Luft zu versorgen, bei gleichzeitig akzeptablem EAW.

Der andere dynamische Test, der mit diesen Geräten durchgeführt wird, ist der Test, der die Stärke des Venturi Assists misst.
Bei Zweischlauchreglern spielt der Venturi wohl nur eine untergeordnete Rolle, bei den Einschlauchreglern halte ich es aber für sinnvoll, zu testen, ob ein Venturi bei größerem Luftdurchfluss sich entwickelt und wie stark.
Wenn sich keiner entwickelt, dann ist das kein Regler für größere Tiefen, wenn er sich zu stark entwickelt, soll heißen sich der Venturi Override zu früh eintritt, kann das eben auch recht unangenehm werden, weil man dann quasi vom Regler ‚aufgepumpt‘ wird.

Hier in D hat sich bei einigen Werkstätten durchgesetzt, Prüfgeräte zu benutzen, die in gewisser Weise den ANSTI Maschinen nachempfunden sind, mit denen heutzutage jeder Hersteller arbeitet, und die jeweils Atemzyklen durchlaufen lassen, und über eine Software die Ergebnisse ausdruckbar machen.
Diese Geräte sind recht teuer und können die Reglerarbeit für verschiedene Tiefen nur teilweise simulieren, wenn ich es richtig verstehe.
Ihr Vorteil ist, dass der Kunde gleich einen Ausdruck in die Hand bekommen kann, und die Daten gespeichert sind.
Außerdem messen sie auch die Ausatemwiderstände (AAW), welche allerdings heutzutage in der Praxis so gut wie keine Rolle mehr spielen, außerdem hätte man das Problem, sollte man erhöhten AAW feststellen, dass man daran nichts ändern könnte.

Die Amis haben einen anderen Ansatz.

Sie meinen, wenn ein Regler einen Luftdurchsatz von einer gewissen Höhe ohne (bzw. wenig) Qualitätsverluste bezüglich Luftlieferleistung, EAW und einem ‚normal‘ arbeitendem Venturi ‚aushält‘, dann macht er einen guten Job.
Die Idee dahinter ist, wenn ich, sagen wir mal, 25l/min beim Atmen an der Oberfläche verbrauche, dann werde ich ca. 50l/min in 10m Tiefe, 75l/min in 20m Tiefe benötigen, usw., um ein konstantes Lungenvolumen in der Tiefe zu gewährleisten.
Wenn ich ein Gerät habe, mit dem ich, sagen wir mal, 300l/min fließen lassen kann, dann entspräche das der Luftstrommenge, die in ca 110m Tiefe benötigt wird, um den Druck in den luftgefüllten Hohlräumen des Körpers zu kompensieren.
Wenn also bei diesem 'Stresstest' normale Werte erreicht bleiben, dann muss man erst einmal keinen größeren Kopf über die Leistungsfähigkeit des Regler zu machen.
Ich habe in meiner Werkstatt in der Karibik eine Workbench und ein Flow Module von GMC Scuba (http://www.gmcscuba.com) benutzt, und ich habe hier in D jetzt den A.I.R. Flow Analyzer von Scubatools (http://www.scubatools.com) für meine Arbeit, welcher nicht ganz so bequem zu bedienen ist wie die Geräte GMC, aber die gleichen Tests macht.

Der Vorteil dieser Geräte ist, dass sie im Verhältnis zu den digitalen Testgeräten, wie sie in D oft benutzt werden, viel günstiger zu erwerben sind, und man sie sich notfalls auch in einfacherer Form selbst bauen kann, sofern einen das interessiert.

Ich denke, dass hier kaum noch jemand mit seinem alten Zweischlauchautomaten auf Tiefenrekord gehen möchte, aber statische und dynamische Tests könnten die Arbeit an den alten Schmuckstücken schon im Vorhinein bestätigen ( bevor man mit ihnen tauchen geht).

Da ich keine Ahnung habe, ob irgendjemanden hier das Thema, die Testprozeduren und Evaluationen wirklich interessieren, höre ich jetzt erst einmal hier auf.
Mir fehlt leider die deutsche technische Fachterminologie, aber ich hoffe, ich bin trotzdem halbwegs verständlich gewesen bis hierhin.

Bei Fragen einfach auf mich zurückkommen.
Zuletzt geändert von taino am Do 25. Aug 2022, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
taino
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Re: Silikonmembranen für alle Regler

Beitragvon Franz » Do 25. Aug 2022, 09:56

Hallo Thomas,

na das nenne ich mal einen ausführlichen Beitrag, sehr gut!
Unsere Kompaktregler Stresstests auszusetzen wäre interessant, da gibt es sicher Unterschiede.
Zweischlauchregler haben in der Regel keinen Mitteldruckabgang, sie müssen also nur einen Taucher versorgen.

So jetzt lese ich nochmal deinen Text,

stressfrei,
Franz
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