Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Diskussionen und Berichte zu historischen Nachbauten und deren Erprobung

Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 26. Sep 2017, 07:50

Hallo Ulf,

authentische Bauweise, ja das ist unser Ziel!

Lederteile:
Ich stelle mir einen handwerklich traditionell, richtig schön gemachten Tauchanzug vor mit sauber gearbeiteten Details. Hoffentlich kann uns das Ledermuseum jemand nennen. Es gibt viele Sattler und Lederschneider im Internet zu finden.

sattlerwerkzeug.jpg
Sattlerwerkzeug
sattlerwerkzeug.jpg (63.14 KiB) 3779-mal betrachtet


Metallteile:
Die Metallteile soll Rob Krul in Holland bauen, hier ein Rouquayrol-Denayrouze Helm aus seiner Werkstatt:

RD-rep#.jpg
Der Bernsteintaucherhelm ist 1A*** gemacht, so schön verarbeitet müssen unsere Metallteile sein, sonst lohnt der ganze Aufwand nicht.


Holzteile:
Die vier kleinen "Hochleistungsbalgen" müssen ebenfalls handwerklich nach alter Art gefertigt werden, nix Spanplatte. Balgmacher war füher ein eigenständiger Beruf. Heute machen das nur noch die Orgelbauer. Als Ausgleichsgefäß verwenden wir ein kleines hölzernes 15 Liter Faß, die Dinger sind druckfest.

Wagner2.jpg


Notfallsystem,
Das könnte eine 1 Liter Flasche mit Automat sein. Der Automat wird innen am Fensterflansch vor dem Mund des Testtauchers montiert, sodaß er im Notfall nur "zubeißen" muß. Wir brauchen also Platz im Kopfteil dafür. Ich hätte soetwas hier liegen:

L1190463#.jpg


Ich freue mich auf die Realisierung unserer gemeinsamen Arbeit. Der Testtauchanzug muß in Bau gehen. Dr. Förster soll ein Anfangsbudget bereit stellen. Das Ledermuseum muß in die Gänge kommen. Ich klingle ich heute wieder in Offenbach und Stralsund an.


Gruß,
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Zuletzt geändert von Franz am Di 26. Sep 2017, 13:22, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 26. Sep 2017, 13:16

Krefterianer,

aus Dänemark sind bessere Fotos von deren Balganlage gekommen:

DHT1998_03-21#.jpg

DHT1998_03-21##.jpg
DHT1998_03-21##.jpg (164.01 KiB) 3773-mal betrachtet


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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Mi 27. Sep 2017, 05:45

Guten Morgen,

die Kreeft-Balgen können ruhig etwas moderner aussehen, wir sind ja nicht mehr im Mittelalter. Dieser Doppelbalg soll aus 1750 stammen. Obwohl, man erkennt es ja nicht richtig, viel verändert hat sich über die Zeit wohl nicht. Wichtig sind auf jeden Fall, neben dichtem Balgleder, dichte Rückschlagventile. Einfach Lederlappen auf Holzloch reicht da nicht. Ich würde (habe) da einen (gedechselten) Dichtsitz aus Horn oder Messing einbauen. Sonst hat man zu viel Druckverluste.

französisch-1750web.jpg


Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Mi 27. Sep 2017, 08:10

moin KTA-Interessierte!
1. die finanzielle Absicherung des Projekts sehe ich als wichtigste Aufgabe. Hierzu soll/muss je der Vorstand einen Plan bei Dr. Förster einreichen.
2. wie immer bei solchen Experimenten müssen wir eigentlich 2-3 KTA bauen. einen aus neuwertigen Material, nur um zu sehen ob unsere theoretischen Überlegungen zu physikalischen (Atem-) Vorgängen so als richtig erweisen. der zweite ist eigentlich die permanente Baustelle. an diesem wird dann immer Detail verändert, Sitz, Größe usw.. Dieser Anzug dient dann auch zur Generalprobe. Der 3 KTA ist dann das finale Produkt. an ihm muss dann bewiesen werden, dass der KTA funktioniert hat, der geht dann auch an das dt. Museum.
In Summe wird das Projekt nicht unerheblich teuer. Neben Material und Fremdlohn sehe ich hier vor allem Kosten, um die Projektbeteiligten Minimum 4-5 mal zentral zusammen kommen zu lassen, um in TEAM- Arbeit diesen Kanten zu stemmen. D.h. Fahrt- und Übernachtungskosten.
Zu überlegen ist, ob wir alle Teile von Fa. herstellen lassen. wir sollten überlegen, was wir selbst bauen können. sonst wird m.E. die Kosten in keinem Verhältnis zum Experiment stehen.

Den Lederanzug irgendwo schneidern lassen ...... klar könnten wir das. wäre es aber zB nicht sinnvoller, die Lederteile nur vernähen zu lassen und dann versuchen die Nähte selbständig dicht zu bekommen. Für das "Probe-Tapen" könnte man sich zusammengenähte Reste m Vorab zukommen lassen.

Luftversorgung @ Franz: ja so könnte es gehen, wobei die Sherwood-Minimus oder die Oceanic Omega 2. Stufen noch kleiner ausfallen und d.h. noch besser in den Helm passen würden.

ich war gestern in Berlin und habe bei der Gelegenheit Norbert Gierschner besucht. Er freut sich, dass Projekt begleiten zu können. Er wartet auf den finalen Startschuss. Wir müssen Norbert dann natürlich vorrangig mit Bild-/Textmaterial versorgen und ihn vor allem fest in die Kommunikation einbinden.

Gruß
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 27. Sep 2017, 13:46

Hallo Zusammen
Seit gestern haben wir hier einen Glasfaseranschluss und nichts geht mehr. Ich kann nur über mein Handy ins Internet, das Mäusekino nervt. Ab nächsten Dienstag soll alles wieder funktionieren

Bis dann,
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Sa 30. Sep 2017, 06:01

Hallo Kreeftiologen,

Mir ist zu den Schläuchen noch folgendes durch den Kopf gegangen. Weiter vorn hatte ich ja geschrieben das der Sprechschlauch (zuerst Abluftschlauch) die Stützspirale ja eher innen haben müsste da der Druck von außen wirkt. Wenn wir aber hier nun eine Membran einsetzten konn diese eigentlich nur oben gesessen haben. Dann hätten wir Druck auf beiden Schläuchen, die historische Beschreibung stimmt soweit und beide Schläuch sind identisch.
Franz, der Sicherheitsaspekt mit einer weitern Membran unten war damals sicher nicht vordergründig.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 3. Okt 2017, 08:31

Hallo Micha,
zum Ausprobieren an der Wasseroberfläche und für die Ausstellung im Museum bauen wir nur eine Membran oben ein. Zum Tauchen würde ich aus Sicherheitsgründen eine zweite Membran im Helm vorschlagen, wenn mit einem Lederschlauch getaucht wird.

Seit gestern Nachmittag funktioniert meine Telefonanlage wieder. Morgen rufe ich beim Ledermuseum an und mache etwas Druck. Von der Sekretärin weiß ich, daß unser Projekt "Chefsache" geworden ist.
Morgen rufe ich auch Dr. Förster und frage nach einen Etat für den Versuchsanzug. Micha, was wird der kosten, so Pi mal Daumen?
ABC-Jacke, Gartenschläuche, Schlauchanschlüsse, Hochdruckbalg, Fenster usw.

Im Laufe dieser Woche erstelle ich die bereits angekündigte Liste zum aktuellen Stand unserer Konstruktion damit wir die Übersicht behalten. Ich denke, daß mit dem Versuchsanzug begonnen werden kann. Wenn der fertig ist und funktioniert, wissen wir wie der "echte" Anzug gebaut werden muß und können einen KV erstellen.

Sven Jörgensen hat den Artikel zum Anzug aus Raahe übersetzt:
The Old Gentleman Wanha Herra.pdf
(140.52 KiB) 218-mal heruntergeladen


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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Di 3. Okt 2017, 14:30

Moin KTA Enthusiasten!
Was haltet ihr davon, dass wir an dieser Stelle vielleicht mal eine "konstruktive Denkpause" einlegen, um zu aller erst im Vorstand den Stand und den weiteren Weg an diesem eventuellen Projekt festzulegen. Prinzipiell muss beurteilt werden:
Frage 1: ist das Projekt in seiner Komplexibilität incl. Test unter realen Bedingungen realisierbar?
Frage 2: wer beteiligt sich aktiv am Projekt?
Frage 3: sind ausreichende finanzielle Mittel verfügbar?
Frage 4: ist der genannte Termin zu halten?
Frage 5: welche Arbeiten können durch den Verein(Mitglieder) erledigt werden, was muss durch Dritte gemacht werden?

Mir geht das hier alles ein bisschen arg drunter u drüber. Den Beteiligten ist klar geworden, welche Bedeutung das Projekt "KTA" hat und das erhebliche Kosten, Planungs-/ Arbeitszeiten entstehen, zzgl diverse "Nebenbaustellen" (z.B. Begleitung des Projekts durch Fachzeitschriften, TV und Rundfunk) integriert werden müssen. Da schlussendlich der Vorstand für das Projekt Verantwortlichkeit zeichnen wird, sollte vom Vorstand möglichst bis Ende Oktober ein richtungsweisendes Konzept aufgestellt werden. In diesem sollte neben der Beantwortung der 4 primären Fragen, eine detaillierter Ablaufplan enthalten sein.
Grundlage dafür könnte ja die von Franz angekündigte "Liste zum aktuellen Stand" sein.

Mir ist klar, dass bei solch einem Projekt vieles erst in der Phase des Bauens bemerkt, verbessert und geändert werden kann/muss. Wenn wir jedoch als Verein dieses Projekt gemeinsam stemmen und vor allem erfolgreich sein wollen, dann bedarf es m.E. einiger Änderungen.

Bitte gewährt dem Vorstand eine kleine Denk-/Arbeitspause in der Sache.
#Ulf
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Fr 6. Okt 2017, 14:17

Hallo Ulf,

zu deinen Fragen:

1) Das müssen wir mit einem Testanzug möglichst bald herausfinden.

2) Das ist hier im Forum zu erkennen. Es wird auch im Hintergrund daran gearbeitet, Gottfried Keindl wird bald ein erstes Schlauchmuster aus Messingdraht und Leder vorstellen.

3) Das wird wohl so sein, kann aber erst beantwortet werden, wenn wir die Kosten kennen.

4) Der Termin sollte zu halten sein, wenn wir keine Pause einlegen sondern alsbald mit dem Testanzug beginnen. Zudem ist es Oktober, die Wassertemperaturen sinken. . .

5) Wir müssen eine Replik in Museumsqualität abliefern, das müssen Fachhandwerker ausführen. Wir können nur wenig selbst herstellen, den Testanzug z.B. Die einzelnen Komponenten des fertigen Lederanzugs und die Messingteile kann ich am Ende selbst zusammenbauen.

Das „arg drunter und drüber“, wie du es genannt hast, war beabsichtigt, ist in der Kreativphase bestens bewährt und führt in der Regel schneller zu guten Ergebnissen als durchgeplante und damit eingeschränkte Vorgehensweisen. Das hat schon Charles Darwin erkannt und bewiesen. Als Designer weiß ich wovon ich spreche, Produktentwicklung ist mein Beruf. Das wir jetzt in eine strukturierte Bauphase eintreten müssen, liegt auf der Hand, ist der logische nächste Schritt und wurde so schon mehrfach angekündigt.

Schönen Gruß nach Neubrandenburg,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am Fr 6. Okt 2017, 16:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Sa 7. Okt 2017, 04:28

Hallo Ulf,

ich finde nicht das es "drunter und drüber" geht. Die Projektbeteiligten haben auf Basis von umfangreichen Gedankenexperimenten, realen Experimenten und Literaturrecherchen die Realisierbarkeit des Kreeftschen Anzuges auf Basis physikalischer Gesetzmäßigkeiten bewiesen. Brainstorming nennt man das wohl heutzutage.
Nun könnte das Projekt realisiert werden oder man stellt fest, aus was für Gründen auch immer, es geht nicht. Interessant war es bis hierher auf jeden Fall.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Sa 7. Okt 2017, 14:41

Hallo Micha,

hier die ersten Skizzen zur Balganlage:

Balganlage 1.jpg
Das wäre ein Vier-"Zylinder" nach deiner Version "A". Die Balgen sind um das Ausgleichsgefäß platziert. Uber Rohre wird die Luft vom Balg ins Faß gedrückt und geht von dort Richtung Taucher. Die Anlage muß synchron über Eck betrieben werden: während 1 & 4 die Hebel drücken, ziehen 2 & 3 sonst kippt das Gestell um.
Woraus damals Rohre gemacht wurden, müssen wir noch herausfinden, wahrscheinlich Blei oder Kupfer. Hinter jeden Balg muß ein Absperrhahn sodaß auch mit drei oder zwei Balgen weitergepumpt werden kann, sollte einer undicht werden. Im Luftschlauch zum Taucher muß ein Rückschlagventil eingebaut werden. Das Gestell sollte zerlegbar sein, in einen PKW Kofferraum passen.

Balganlage 2.jpg
Eine solche Anlage hätte damals in einem größeren Ruderboot Platz gefunden. Das Untergestell wäre anders gewesen.
Dem Entwurf sieht man an, daß ich aus der Pfalz komme. . .


In beiden Zeichnungen ist das Fäßchen etwas zu groß geraten. 15 Liter Volumen sollten ausreichen.
Helmtaucher, welches Volumen haben eure Ausgleichsgefäße?

Gut Pump,

Franz

PS: Auf die Absprerrventile können wir verzichten, da in jedem Balg bereits ein Rückschlagventil eingebaut ist. Sollte einer der Balgen platzen, pumpen die anderen trozdem nicht ins Leere.
Zuletzt geändert von Franz am Mo 9. Okt 2017, 15:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mo 9. Okt 2017, 09:44

Hallo Zusammen,

Michas Variante „C“ von Seite 9 wäre auch geeignet. Ein Doppelbalg, der von einer oder zwei Personen bedient werden kann. Dazu muß oben eine Querstange vorhanden sein. Alles wird auf ein Brett montiert, auf dem die Bediener stehen und dem Ganzen Halt geben. Wenn zwei Balgen nicht ausreichen, montieren wir noch eine zweite Anlage dazu.

img957#.jpg


Was meint Ihr?
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Di 10. Okt 2017, 05:25

Hallo Franz,

meiner Meinung nach sind beide Balgvarianten bestimmt möglich, die 4er hätte mehr Volumenreserven ist allerdngs auch aufwändiger zu bauen. Ob man den Pufferbehälter unbedingt braucht weiß ich nicht, er beruhigt evtl. den Luftstrom etwas. Wobei Bethel, zumindest patentmäßig, über solche Behälter nachgedacht hat. Um 1800 könnte der Behälter doch aber durchaus aus Messing- Kupfer- oder Stahlblech sein?
Das Bourdon Manometer ist bestimmt zur Sicherheit wurde aber erst später erfunden. Im realen Versuch würde ich zur Tauchersicherheit würde ich natürlich eine Paralleleinspeisung per Druckluftflasche und Druckregler vorsehen.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 10. Okt 2017, 08:02

Hallo Micha,

Balganlage
Die "3" ist kompakter, besser zu transportieren. Der Senkrecht stehende Pumphebel ist leichter zu bedienen. Die Dänen quälten sich in gebückter Haltung mit Hebeln in Bodennähe, s. Fotos auf Seite 11. Manchmal denke ich, daß die Bälge auch per Fuß bedient worden sein könnten, so kommt das Körpergewicht zum Einsatz. . . Orgelbauer machen das so.

Ausgleichsgefäß
Die Dänen hatten bei ihren Tauchversuchen ein solches verwendet. Wahrscheinlich gingen die Pumpbewegungen dem Taucher zu sehr auf die Trommelfelle. Ob Kreeft ein Ausgleichgefäß tatsächlich verwendet hat, wissen wir nicht. Mein Bauch sagt mir, daß ein solches nicht zum Einsatz kam, die Jungs waren damals hart im Nehmen. Um 1800 gab es genietete Behälter aus Metall. Ein kleines Faß war damals sicher preiswerter und im alltäglichen Gebrauch weit verbreitet.

Manometer
Wir brauchen einen zur Sicherheit, damit wir sehen ob nicht ins Leere gepumpt wird. Wie könnte damals ein Druckmesser ausgesehen haben?

Tauchsicherheit
Paraleleinspeisung, alternativ hatten wir noch eine zweite Luftversorgung im Anzug mit Einschlauchregler angedacht.

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Zuletzt geändert von Franz am Di 10. Okt 2017, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 10. Okt 2017, 08:29

Hallo Zusammen,

hier ein erster Entwurf zu einer Projektliste, mir ist kein besserer Name eingefallen. In verschiedenen Tabellen sind die Komponenten der Tauchausrüstung aufgeführt. Die Liste ergänzt die noch zu erstellenden technischen Zeichnungen. Mit dem Projektfortschritt kommen noch weitere Spalten und Tabellen hinzu: Preise, Lieferanten, Termine usw. . . .
Peter Kreeft 09.10.17.xls
(38.5 KiB) 128-mal heruntergeladen


Damit es kein Kuddelmuddel gibt, sollte nur einer von uns die Liste führen, nach jeder Änderung mit Datum versehen und hier oder in Dropbox einstellen.
Ihr habt sicher noch Verbesserungsvorschläge. . .
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 10. Okt 2017, 15:52

Hallo Zusammen!

Mal ganz was anderes, ein Blick über den Maskenrand in die damalige Zeit.
Neben Kreefts Tauchgang, war im Jahr 1800 noch allerhand mehr zugange:

https://de.wikipedia.org/wiki/1800
https://www.was-war-wann.de/1800/1800/1800.html

In Punkto Mechanik war man damals schon sehr weit. 1772 nahm James Cook den ersten mechanischen Schiffschronometer mit auf seine zweite Reise. Nach 81 Tagen auf See, hatte er eine Abweichung von nur 5 Sekunden oder 0,0617 Sekunden pro Tag. Mechanische Chronometer-Armbanduhren dürfen heutzutage maximal 2 Sekunden pro Tag abweichen, Quarzchronometer 0,07 Sekunden/Tag. Der Schiffschronometer von Harrison war Ende des 18 Jahrhunderts sogar ein Tick genauer als die heutigen Quarzchronometer. . . Das ist doch was.

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Fr 13. Okt 2017, 06:24

Moin KTA-Projektler!
Beim lesen der letzten Beiträge und der von Franz aufgestellten Liste, stellt sich mir eine Frage. Wie weit sind wir damit noch am Original? Auf dem Bild des Zeitzeugen ist keine 4-Balge-Anlage zu erkennen, der Taucher trägt auch kein Brust-/Rückengewicht. Bei allem Respekt und Achtung vor euren Lösungsansätzen, aber Dr. Förster möchte die Verwendbarkeit des KTA nachgewiesen haben. Entfernen wir uns mit solchen erheblichen, von den Abbildungen abweichenden, Änderungen nicht ein ganzes Stück vom KTA? Die Frage stellt sich doch, warum ein Zeitzeuge, der die Ausrüstung in solcher Detailtreue in Wort und Bild dargestellt hat, dann solche primären Details weggelassen haben soll? Gut, grafisch eine mehr-Balge-Anlage in einem Boot darzustellen, ist schon nicht einfach, Aber hätte er dann nicht mehrere "Blasebalg-Akteure" oder die Anlage als solches im Einzelteil gezeichnet?
Ich verstehe euren Ansatz, die Möglichkeiten der Dänischen Kollegen zu implementieren. Aber gibt´s da nicht doch noch andere Möglichkeiten....???? *nachdenklich*
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Fr 13. Okt 2017, 08:07

Hallo Ulf,

mit einem Doppelbalg sind wir extrem dicht am Original, siehe den 10. Beitrag auf Seite 7. Die längeren Hebel bedingt die Physik. Ob wir Zusatzgewichte brauchen wird sich doch sicher zeigen.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Fr 13. Okt 2017, 09:57

Hallo Ulf,

du hast Recht, es gibt Lücken im Zeitzeugenbericht und auf den Darstellungen. Die können wir derzeit nur mit logischen Überlegungen überbrücken. Vielleicht finden sich irgendwann weitere Dokumente aus der Zeit.

Balgen:
So wie dargestellt kann es nicht funktioniert haben, der Mann im Boot hätte bei 5 Meter Tauchtiefe mit einer halben Tonne auf den Balg drücken müssen. Das hätte nur funktioniert, wenn Kreeft mit einem druckfesten Anzug, a la Klingert, getaucht wäre. Dann hätte auch der Sprachschlauch wie beschrieben funktioniert. Für den druckfesten Anzug gibt es jedoch keinerlei Hinweise, weder im Zeitzeugenbericht noch dem Patent von Bethell. Daher unsere Lösung: kleiner Balg, langer Hebel. Wie das letztlich aussah, kann nur vermutet, anhand der pysikalischen Anforderungen hergeleitet werden.

Gewichte
Wenn Kreeft sie an seinen Anzug irgendwie angehangen hat, sagen wir mal mit D-Ringen, hätte an der Stelle ein Lederbeschlag aufgenäht werden müssen, der zusätzlich gedichtet werden mußte. Daher die Gurtlösung, welche noch den Vorteil hat, daß sie das Kopfteil über den Schrittgurt auf den Schultern hält. Die runde Form der Gewichte ist aus Blei am leichtesten herzustellen. Der Bauchring könnte auch als Gewicht gedient haben, hätte jedoch den großen Nachteil nicht variiert werden zu können.

Um ehrlich zu sein, mir gehen immernoch mögliche Alternativlösungen durch den Kopf, am Ende sind bisher jedoch die angedachten Lösungen am plausiblelsten.

Wenn der fertige Anzug im Museum steht, sollte man darauf hinweisen, daß einige Komponenten aus verschiedenen Schlußfolgerungen entstanden sind.

Gruß,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am Fr 13. Okt 2017, 16:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Fr 13. Okt 2017, 10:13

Freunde,

Ich habe eben mit Dr. Förster telefoniert, er vefolgt das Projekt im Forum. Wir dürfen keine Zeit verlieren.

Micha, Du kannst mit dem Testtauchanzug loslegen, sammle alle Quittungen, das Museum übernimmt die Kosten: ABC- Jacke, Schlauchanschlüsse, Fenster, Balg usw.

Den Testtauchanzug brauchen wir um unsere Überlegungen zu überprüfen, bevor das "Original" in Detail zeichnerisch konstruiert wird. Erst dann können wir Preise einholen. Das müssen wir in diesem Jahr über die Bühne bekommen. Im Januar tagt die Museumsstiftung und entscheidet über das Budget für den Anzug und die Blagen. Wir bekommen dann einen offiziellen Auftrag das Projekt zu realisieren. Dr. Förster kann schon vorher Finanzmittel freigeben. Anfang November trifft sich der Vereinsvorstand zum Projekt. Aus rechtlichen Gründen muß der Vorstand beschließen den Anzug zu bauen, nur so sind wir damit auch versichert.

Am Montag sitze ich dem Ledermuseum im Nacken, die Cheffin ist aus dem Urlaub zurück. Da hapert es noch.

: )
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