Unterwassergehäuse EXA Marine II und andere

Unterwassergehäuse EXA Marine II und andere

Beitragvon oxydiver » Di 2. Jul 2013, 09:31

Hallo Taucher,
ich habe hier zwei interessante Berichte über einige serienmäßige Unterwassergehäuse und Eigenbauten für die DDR Spiegelreflexkameras "Exa" und "Exakta" in Netz gefunden. Hier: http://www.ihagee.org/AT/uw1.pdf und http://www.ihagee.org/AT/uw2.pdf
Zwar englisch aber reich bebildert und leicht zu verstehen. Für das Exakta 66 Gehäuse im Bericht 2 hab ich noch einen scan aus dem "Poseidon" 05/1972....wen es interessiert.

Grüße Micha
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Re: Unterwassergehäuse EXA Marine II und andere

Beitragvon Franz » Mi 3. Jul 2013, 22:05

Hallo Micha,

sehr schön, die Exa IA im goldenen Gehäuse war meine erste Unterwasserkamera. Einen besseren Blitz habe ich mit einem Reflektor vom VW- Käfer gebaut. Das 50 mm Normalobjektiv wurde gegen eine 35 mm Weitwinkeloptik von Schneider Kreuznach ausgetauscht. Für Nahaufnahmen habe ich einfach ein Vergrößerungsglas vor die Frontscheibe gehalten. . .

img050#2.jpg
Dieses Bild ist Ende der 1960er Jahre entstanden.


: )

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Re: Unterwassergehäuse EXA Marine II und andere

Beitragvon oxydiver » Do 4. Jul 2013, 05:56

Hallo Franz,

damals hattest Du doch einen moderneren Regler als jetzt :-) Irgendwo hab ich auch noch ein Exa-Eigenbaugehäuse (das Goldene war ja sowieso nicht verfügbar), finde es nur momentan nicht.

Gruß Micha
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Re: Unterwassergehäuse EXA Marine II und andere

Beitragvon Franz » Do 4. Jul 2013, 17:20

Moin Micha,

das war mein erster Atemregler, ein Nemrod Snark II Silver. Den habe ich zusammen mit einer Nemrod 10l- Flasche, einer Taucheruhr von Anker und dem Wilkie "Alarm" Tiefenmesser bei Neckermann für 550 DM gekauft. Das war Mitte der 60er Jahre. Am Tauchgerät war noch kein Finimeter sondern nur eine Reserveschaltung. Die Bleigewichte sind natürlich selbst gegossen. Die Unterwasserkamera wurde auch bei Quelle angeboten, es gab sie irgendwann für 170 DM zum Schnäppchenpreis.

: )

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Re: Artikel zur Tauchtechnik in der DDR

Beitragvon Lothar » Sa 14. Dez 2013, 12:49

Hallo Micha,
zur Taxona zitiere ich mal aus einem Text von Heinz Schrauf, Solingen, von 2009:
######
Die Tauchtax, so der Name des eigentlichen UW-Gehäuses, wurde hergestellt bei der Fa. C. O. Curow, Dresden.
Der Name des Herstellers steht in großen Lettern auf dem Gehäuse und wenn man etwas Zeit für eine Recherche opfert, kann man erfahren, dass auch die Tauchtax durch einen Kunden-Auftrag, also durch Initiative einer Tauchergruppe entstanden ist und zwar 1954 (L.S. Das war Bonito Feldberg, siehe dort)
Da die Taxona eine sehr kleine 24x24 mm Kamera war, konnte also auch das Tauchtax-Gehäuse sehr klein und kompakt sein, außerdem war es aus Aluminium und daher auch sehr leicht und konnte somit unter Wasser problemlos um den Hals gehängt werden.
Das Gehäuse hatte einen Rahmensucher, sogar mit einstellbarem Parallaxenausgleich, zum genauen Anvisieren und für Nahaufnahmen.
Das kleine, topfähnliche Gehäuse hatte alle für den Taucher wichtigen Bedienelemente außen angeordnet.
So konnte mit einem Hebel der Verschluss gespannt und der Film weiter transportiert werden, alle Verschlusszeiten waren uneingeschränkt einstellbar, und das Objektiv ließ sich problemlos fokussieren.
Auf dem Entfernungseinstellknopf sind zwei unterschiedliche Entfernungsskalen angebracht, dies ist durch die unterschiedliche Lichtbrechung in Wasser bzw. an der Luft bedingt.
Lediglich die Blende musste vor dem Einbau der Taxona in das Gehäuse voreingestellt werden.
Alle Durchführungen nach außen erfolgten mittels Stopfbuchsen in denen sich Wattefüllungen befanden, die Watte wurde gegen Eindringen von Wasser mit Fett gefüllt. Die beiden "Topf"-Hälften waren durch einen Gummiring gegeneinander abgedichtet. Der runde hintere Topf hatte Tragegriffe.
Fest verschraubt wurden "Topf" und "Deckel" mit 4 großen handlichen Schrauben. Bei abgenommenem, hinterem "Topf" ist die durchdachte, sehr präzise gefertigte Feinmechanik für die Einstellung der einzelnen Funktionen in dem Deckel zu sehen.
Bis auf den abnehmbaren Zahnkranz auf dem Objektiv der Taxona ist diese komplett unverändert im serienmäßigen Zustand.
Sie kann daher ebenso auch "über Wasser" uneingeschränkt eingesetzt werden.
Obwohl die Taxona in relativ großen Stückzahlen produziert wurde, ist die Tauchtax eine echte Dresdner Spezialität und Rarität.
Nach bisheriger Recherche haben davon nur max. 5 Stück existiert (vier sind eindeutig nachweisbar) und wahrscheinlich sind einige davon "untergegangen".
Mindestens 2 davon konnten jedoch "gerettet" werden.
#############
Die Fa. Heckenrainer, München, hat ein Gehäuse für die Exa Ia gefertigt, was man aber nicht direkt zur DDR-Tauchtechnik zählen kann ;-)
Dazu findet man was bei:
Hugo Ruys, Hilversum (Niederlande) http://www.ihagee.org/
Tesselschadelaan 20 HILVERSUM NL 1217 LH NL Phone: +31.356244597
-------------------
Die DDR-Firma H. Brodthagen in Berlin hat ein Gehäuse für die Exa 0 gemacht.
(H. Brodthagen Foto - Kino - Mechanik, N 58 Berlin, Kastanien-Allee 74)
-------------------
Auf einem Bild von 1964 vom Bonito e.V. Feldberg ist noch ein EXA-Gehäuse zu sehen, was angeblich von der Fa. Huffziger aus Dresden sein soll.
Huffziger habe ich aber nur in Leipzig gefunden und nix zu UW-Gehäusen
-------------------
Wenn jemand zu Brodthagen und Huffziger was hat, würde mich das sehr interessieren, war leider vor dem Internet.

Gruß,
Lothar
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Re: Artikel zur Tauchtechnik in der DDR

Beitragvon oxydiver » Sa 14. Dez 2013, 15:52

Hallo,

im Buch "Unterwasserfotografie und Fernsehen" sind die Gehäuse von Brodthagen. Ein Tauchtax Gehäuse hatte Ulf in Lübeck mit, dort hatte ich es fotografiert.

Micha
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Re: Artikel zur Tauchtechnik in der DDR

Beitragvon oxydiver » Sa 14. Dez 2013, 19:13

So, jetzt hab ich auch noch das Huffziger Gehäuse gefunden. Es stammt aus dem Büchlein "Fotos unter Wasser", Eberhard Bundtzen, 1977. Zur Firma selbst weiß ich allerdings nichts.
Micha
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Re: Artikel zur Tauchtechnik in der DDR

Beitragvon Tauch-Info-Büro » Mo 16. Dez 2013, 13:59

Hallo,
auch wenn es nervt: leider muss ich erst einmal wieder auf eines meiner Bücher verweisen, da hier auch Infos zu nachfolgend Gesagtem stehen:

Mit selbstgebauten Schwimmflossen, Tauchgeräten und Kameragehäusen ... Erinnerungen, Lebensläufe, Dokumente - Anfänge und Entwicklungen des Sporttauchens in der DDR
Erstauflage 2012, 162 Seiten DIN A4 mit ca. 160 Schwarz-Weiß-Abbildungen (u. a. Fotos, Dokumente, Zeichnungen), Softcover, ISBN 978-3-937522-30-2, gebundener Ladenpreis 14,80 €
Ein Dutzend ehemaliger Sporttaucher - fast alle Zeitzeugen - berichten u. a. auch über die Anfänge des Sporttauchens in der ehemaligen DDR. http://www.gierschner.de/biografie_schwimmflossen.htm.
Ich gebe zu, das Buch ist doch etwas "gierschnerlastig" geworden, musste nämlich mit Eigenem Seiten füllen, da einige zugesagte Beiträge dann doch nicht kamen.

Zu den im Forum angesprochen UW-Gehäusen sollte in genanntem Buch stehen:

1960
Die Firma Curow aus Dresden bringt das erste kommerzielle UW-Gehäuse der DDR auf den heimischen Markt, die Tauchtax. Das stabile Aluminiumguss-Gehäuse hat einen Rahmensucher mit Parallaxenausgleich und beherbergt die Kleinbildkamera Taxona.

1965
So um diese Zeit, genauer lässt sich das nicht mehr feststellen, baut die Feinmechanische Werkstatt von Klaus-Dieter Huffziger aus Leipzig das erste kommerzielle UW-Gehäuse für die Praktisix.

1971
Trotz ewig klammer Kasse, aber nun wieder in Lohn und Brot beim IPF, kaufte ich mir das 10 kg schwere UW-Gehäuse der Leipziger Firma Huffziger und begann sofort mit dem ersten Umbau. Meine erste wasserdichte UW-Kamera! Sie begleitete mich in viele Meere der Welt, trat erst 1994 mit dem Ende meiner 6x6-Fotografie in den verdienten Ruhestand - und ziert heute den Bücherschrank.


Die letzte Version des Gehäuseumbaus sieht man übrigens auch auf meinem Forumsbild, 1985 in Norwegen!
Für die Recherchen hatte ich selbst mit der Firma Huffziger telefoniert. Die Fa. existiert immer noch, jetzt geleitet von einem Verwandten. Zum 6x6-Gehäuse wusste man nichts mehr, hatte keine Unterlagen, es war nicht einmal herauszufinden, wann genau das Gehäuse auf den Markt kam. Vielleicht verfasse ich mal eine technische Beschreibung dazu. Das Gehäuse hat aber leider nicht den Stellenwert wie etwa das der Rolleimarin.
Kleinbild (Exa-Gehäuse) hat mich damals nicht interessiert, da für publizistische Zwecke einem die Verlage nur 6x6-Diapositive abnahmen. Außer in künstlerisch begründeten Einzelfällen!

In Berlin war für UW-Kameragehäuse-Bastler noch die Firma Guerion (oder so ähnlich) von Bedeutung, da sie u.a. Dachkantprismen für den Schrägeinblick in UW-Kameragehäusen herstellte. Wer weiß da Genaueres?

Gruß Norbert
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Huffziger-Unterwassergehäuse

Beitragvon Tauch-Info-Büro » Sa 4. Jan 2014, 17:56

Korrektur und Ergänzung zu meinem langatmigen letzten Beitrag. Aber ob ich kürzer kann? Alte Leute sind oft geschwätzig und Schreiberlinge ganz besonders. Sorry!

In meiner UW-Bibliografie gab es vor Jahren zu Huffziger keine Treffer. Gibt’s es also dazu nichts, dachte ich. Erst über die Nachfragekette Lothar, Michael, Dieter Florian (der fragte bei mir nach seinem Poseidon-Beitrag), kam ich auf die eigentlich naheliegende Idee, die entsprechenden Jahrgänge vor 1971 noch einmal für ihn durchzublättern. Und wurde fündig:

Auf der Leipziger Messe 1965 wurde das Gehäuse vorgestellt (Poseidon 1965, Nr. 5, S. 28, mit Bild des Prototypen). Text Dieter Florian. Danach veröffentlichte er eine technische Beschreibung im Poseidon 1966, Nr. 1, IV. Umschlagseite (3 Bilder). Also gebaut um 1965 und die von mir genannten 18 kg bezogen sich auf das Gesamtgewicht meiner Kamera samt Blitz und Blei!

Norbert

P.S.: Die PDFs sind leider ganz schlechter Qualität, aber für einen ersten Eindruck mag es genügen!
Dateianhänge
poseidon_1966_1_IV.pdf
(1 MiB) 361-mal heruntergeladen
poseidon_1965_5_28.pdf
(1.01 MiB) 355-mal heruntergeladen
Zuletzt geändert von Tauch-Info-Büro am So 5. Jan 2014, 13:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterwassergehäuse EXA Marine II und andere

Beitragvon oxydiver » So 5. Jan 2014, 09:57

Moin Norbert,

freut mich, da ist ja richtig was im Gang gekommen. Ich hatte ja Dieter zum Weihnachtstauchen angesprochen, da hatte er mir das auch erzählt. Ein Gehäuse im Original existiert wohl noch bei Huffziger, auch die Tragfläche, die aber wo anders. Wenn beide Teile zusammen sind wollte er nochmal Fotos machen.

Gruß Micha
Zuletzt geändert von oxydiver am So 5. Jan 2014, 15:25, insgesamt 1-mal geändert.
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