Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Frog » Fr 16. Nov 2018, 14:16

Der Balg ist heute gekommen.

Ich habe mal paar Bilder für den Größenvergleich gemacht.
Druckprobe folgt noch ,da ich erst mal das steife Leder behandeln muss.
Macht aber erst mal einen guten Eindruck.
Muss natürlich noch überlegen wie ich ein Manometer für den Drucktest anbaue.
Hier schon mal meine ermittelten Maße von dem Arbeitsbereich des Balges.

Breite : 230 mm

Höhe : 330 mm

obere Balgbreite im geöffnetem (also aufgebautem) Zustand : 290 mm
was einen Öffnungswinkel von 45 ° ergibt
(siehe Bild 1)

DSC02441 - Edited (1).jpg


DSC02442 - Edited (1).jpg


DSC02443 - Edited (1).jpg
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 20. Nov 2018, 16:37

Lederfans,

Lars Gustafson aus Schweden hat Fotos von deren Lederanzug für Glockentaucher geschickt.
Wir hatten uns in Poole getroffen.

DSCN2553.jpg

DSCN2549.jpg

DSCN2554.jpg

DSCN2878.jpg

DSC_0306.jpg

DSC_0307.jpg

DSCN2893.jpg

DSCN2907.jpg

Danke Lars!

Die Handschuhe dienen anscheinend nur zum Schutz vor Verletzungen, sind nicht wasserdicht.
Die Bauchkausche sitzt schief im Anzug, da fehlen wohl Hosenträger.
Es scheinen zwei verschiedene Ledersorten verwendet worden zu sein.

Gruß,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am Mo 26. Nov 2018, 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Di 20. Nov 2018, 19:26

Schöne Bilder,

aber wie funktioniert dieser Anzug überhaupt? Hose, Jacke und Handschuhe sind abgebunden. Aber Handschuhe nicht dicht? Einen Helm gibt es auch nicht. Der hat nur aus der Glocke heraus operiert?

Übrigens einen Enterhaken/Lanze braucht unser Herr Kreeft noch......

Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Do 22. Nov 2018, 13:54

Hallo!

Lars hat eine Reihe von Fragen beantwortet.
Lars has answered some questions. English translation further below.

: )
Franz

Lars,
wir haben die Bilder studiert und hätten einige Fragen:

- Gibt es einen bestimmten Grund, warum zwei unterschiedliche Ledersorten für Jacke und Hose verwendet wurden?
Nein! Es gab leider zwei Qualitätsstufen der Elchhäute, die verwendet wurden, etwa 3 oder 4 Stück! Die Jacke, die „besser“ wurde und nicht besser sein musste als die Hose, die weniger gut wurde, aber für die Wasserdichtheit am besten hätte sein müssen!

- Warum sind die Handschuhe innen offen? Deine Hände schauen hervor. . .
Für den Tauchschutz habe ich eine Latexdichtung im Ring unter dem Anzug im Arm und einen Schlitz im Handschuh mitgeliefert, um die Hand herausnehmen, den Neoprehandschuh abziehen zu können und im Ernstfall mit den Händen vollkommen frei agieren zu können!

- Gibt es wasserdichte Manschetten über den Handgelenken, die die Arme gegen Wasser abdichten?
Der Anzug hat einen großen Ring in der Taille und einen an jedem Arm, den ich haben wollte, weil in der Beschreibung auch Ringe oberhalb der Knie erwähnt werden, aber wir hatten nichts und hatten keine Zeit, diese zu machen, so dass wir sie übersprangen.

- Wie wasserdicht war der Anzug?
Wie gesagt, die Jacke wurde sehr gut und die Hose nicht, daher wurde sie zum teuersten Neoprenanzug aller Zeiten! ABER die gesammelten Erfahrungen zeigen, dass sie, selbst wenn sie ein wenig nass geworden waren, mit einem sehr erfolgreich genähten Anzug trocken gewesen sein konnten und in unseren kalten Gewässern bis zu 30 Minuten problemlos überleben, wie sie in den Dokumenten erklären.

- Gibt es historische Zeichnungen des Anzugs, aus welchem Jahrhundert ist er?
Es wurden noch keine Zeichnungen gefunden, aber wir haben eine Beschreibung eines italienischen Priesters, der 1663 die Vasa-Bergungsstätte besuchte und dann seine Reisen veröffentlichte. Francesco Negri, Viaggion Settentrionale 1700.

img204#.jpg


- Womit habt ihr das Leder behandelt / versiegelt?
Seehundöl, Teer, Lanolin (Wollfett)

Mit Informationen aus verschiedenen Quellen und einer „kleinen“ Vermutung wissen wir, dass die „Taucher“ höchstwahrscheinlich eigene Unterwäsche tragen mussten und der „Arbeitgeber“ den Tauchanzug geliefert hat!



Lars.
we have studied the pictures and have some questions:

- Is there a certain reason why two different types of leather have been used for the jacket and trousers?
No! there was, unfortunately, two levels of “quality” on the Moose skin leather hides that was used, about 3 or 4! the jacket which became “better” and did not need to be better than the trousers that became less good BUT needed to be best for water tightness!

- Why are the gloves open on the inside? Your hands are showing out. . .
I included for diving safety a latex seal in the ring under the suit in the arm and a slit in the glove to be able to take out the hand, remove the wet suit glove and become completely dexterous with the hands in case of any emergency!

- Are there watertight cuffs above the wrists sealing the arms against water?
The suit has one big ring in the waist and one on each arm, I wanted to have, because the description also mentions rings above the knees, but we did not have anything and had no time to fix those so we skiped them.

- How watertight was the suit?
As I say the jacket became very good and the trousers not, so it became the most expensive wet suit ever! BUT the experiences gained shows that even if they got a bit wet, they could have been dry with a very successfully sewn suit!, they could still easily survive up to 30 min in our cold waters, as they explain in the documents.

- Do you have historical drawings of the suit, from which decade is it?
There were no drawings found as of yet but we have a description from an Italian priest visiting the Vasa site in 1663 and then published his travels. Francesco Negri, Viaggion Settentrionale 1700.

img204#.jpg


- What did You use to treat/seal the leather?


Seal oil,tar, lanolin (wool fat)

With knowledge from different sources and a “small” guess we know that very likely the “divers” had to have their own under suit / clothes and the “employer” supplied the diving suit!



Check this website: http://www.lottasgarveri.se/en
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 12. Feb 2019, 16:18

Dieser Beitrag war Opfer eines Datenverlustes. Franz hat ihn neu reingebracht, weshalb Reihenfolge und Datum nicht ganz stimmen.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft
von Franz » Sa 22. Dez 2018, 07:49

Hallo Zusammen!
Wenn wir die Ausrüstung nach Stralsund übergeben, sollte ein Begleitheft dabei sein.
Was muß da alles mit hinein? Die Ausrüstung wird lange Zeit im Museum stehen, die nächsten Generationen
werde sie warten und pflegen müssen.
- Technische Zeichnungen
- Kooperationsvertrag, darin steht der "zweckbestimmte Gebrauch".
- Warnhinweis zum Gebrauch des Sprachschlauchs. Blinddichtung ab 5m Tauchtiefe.
- Unsere wichtigsten Texte.
- ?

Mit weihnachtlichem Gruß,

Franz




Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft
von Franz » Sa 22. Dez 2018, 10:30

Weihnachten #.jpg


Allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 6. Mär 2019, 14:17

Hallo Zusammen,

der Winterschlaf ist vorbei, es bewegt sich wieder etwas.

Derzeitiger Stand:

Der Balg wird in den nächsten Wochen gebaut. Spätestens Ende April ist er fertig.

Es wird ein weiterer Lederschlauch gefertigt, diesmal mit 2 mm dickem Messingdraht. Die 1,5 mm Ausführung ist etwas zu "sensibel". Diese eignet sich jedoch für die Luftversorgung, da der Schlauch von innen Druck bekommt. Die 2 mm Version verwenden wir für die Sprachverbindung.

Dr. Förster kümmert sich zusammen mit der Lederrestauratorin um die Fettmischung für den Anzug. Ich habe vor ihn hier (den Anzug) einzufetten.

Wir überlegen noch welche alternative Luftversorgung eingebaut wird. Entweder über einen Trockentauchanschluß unterhalb der Fransen, oder ein Eingang am Luftanschluß des Helms.

Vor der öffentlichen Vorführung muß die Ausrüstung auf Herz und Nieren geprüft und deren Handhabung geübt werden.

Dr. Förster würde die Ausrüstung am 19. Mai oder ein paar Tage später zu den Hafentagen in Stralsund, der Öffentlichkeit vorstellen wollen. Das überlappt mit unserem Treffen in Neustadt und wird terminlich alles sehr knapp. Wir tun unser Bestes.

Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 6. Mär 2019, 14:21

Hai!

L1210580#.jpg
Ich bin auf der Suche nach einem etwa 5 mm dicken Seil aus Naturfaser, welches wir zum Einbinden an den Kauschen verwenden können. Für die Fotos wurde Kunsstoffseil verwendet. Das ist nicht authentisch, die Knoten lösen sich sehr einfach.

Im Internet findet man Hanfseil in passendem Durchmesser. Das verrottet im Wasser recht schnell.
Vielleicht gibt es etwas besseres, ich habe damit keinerlei Erfahrung

Gruß,
Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 6. Mär 2019, 15:03

Kreeftler und Kreeftlerinnen!

L1230215#.jpg

Die Bleisandalen sind untendrunter schwimmbadkachelfreundlich mit Profilgummi beklebt. Ein Blei-Gummi- Kleber war nicht zu finden.
So kam Pattex "Gummi" zum Einsatz. Der Kleber ist wasserfest,

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Frog » Mi 6. Mär 2019, 19:20

Habe bei der Seilerei meines Vertrauens mal nachgeschaut ,was noch in Frage kommen könnte.
Es gibt durchaus mehrere Naturprodukte die dort angeboten werden.
Neben Hanf ,Viskose und Jute auch Sisal welches witterungsbeständiger ist aber nicht die Bruchkraft eines Hanfseils hat.
Interessant ist dort auch eine Version Polypropylen-Spinnfaser in Hanfoptik.
schicke dir per Mail die entsprechenden Seiten aus dem Katalog.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 12. Mär 2019, 21:07

Hallo Zusammen!

Wir müssen zwei Termine zum Tauchen mit dem Lederanzug absprechen.

1. Termin, Testtauchgang
Im Laufe dieses Monats wird der Lederanzug eingefettet und zum Tauchen vorbereitet, danach zum Ort des Testtauchgangs verschickt. Dr. Förster und Kollegen (Taucher) kommen dazu. Mögliche Termine an denen Dr. Förster Zeit hätte:

- 26. bis 28. März
- 5. - 9.April

Sollten diese Termine unsererseits nicht möglich sein, wird Dr. Förster an einen Kollegen delegieren. Der Testtauchgang könnte dann auch zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden. Wegen der knappen Termine, wäre es gut den Anzug in der ersten Aprilhälfte zu Wasser zu lassen.
Frage, könnt Ihr das im gleichen Schwimmbad, wie damals mit der gleichen Mannschaft durchführen? Bis dahin steht evtl. der Balg zur Verfügung. Wenn nicht, kann der erste verwendet werden.
Wegen des Lederfetts habe ich mit einem Bademeister in Neustadt gesprochen. Er sähe keine Probleme, da sehr viele Badegäste Sonnenöl verwenden, das herausgefiltert wird. Fragt bitte in Leipzig vorsichtshalber nach. Der Anzug wird außen nicht von Fett triefen sondern frisch geputzten Schuhen ähneln.

Das wird dazu noch benötigt:
- 1" Kunststoffschlauch, 2 Stück, Länge? Diese beiden Schläuche bitte in Leipzig zukaufen und herrichten. Der Schlauch muß mit 1" Schraubverbindungen an beiden Enden konfiguriert sein. Am Luftschlauch braucht es wieder das T-Stück.
Mit den Lederschläuchen soll nicht getaucht werden.

- Eine 1 oder 2 Liter Pressluftflasche, gefüllt, mit Druckminderer und Inflatorschlauch sowie ein Seilstück zum Umhängen der Flasche. Kann das jemand zur Verfügung stellen? Ein Einlaßventil für Trockentauchanzüge wird unterhalb der Bauchkausche vorn links eingebaut. Es wird vom unteren Jackensaum überdeckt. Thomas Förster besorgt das Ventil und schickt es nach Neustadt.

- Zwei Bleigurte mit je 8 kg Gewicht. Sie sollen kreuzweise wie Achselgewichte getragen werden. Schnellabwurfschnallen nach vorn. Die beiden Bleisandalen wiegen je 10 kg. Das Gewicht an den Gurten muß im Versuch ermittelt werden.

- 1 leichter Schutzanzug aus dem Baumarkt um die Kleidung des Tauchers vor dem Lederfett zu schützen.

- 1 paar leichte Stoffschuhe, welche in die Lederstiefel gesteckt werden. Das erleichtert das Tragen der Bleisandalen. Große 44 passt hinein. Neoprenesocken sollten auch gut dafür sein.

- 1 Nackenpolster damit das Helmgestell unserem Taucher nicht unangenehm auf die Schultern drückt. Es wird von den Bleigurten nach unten gezogen. . . Ein gefaltetes dickes Handtuch sollte den Zweck erfüllen.

- Werkzeug: je 1 Gabelschlüssel 10 und 27 mm, Schraubenzieher 10 x 1,5 mm. Diese Werkzeuge würden nur gebraucht, wenn Umbauten an den Schlauchanschlüssen, am Helmfenster oder dem Luftablaß notwendig werden sollten. Davon ist nicht auszugehen.

- Da wir diesmal mit einem eingefetteten Anzug tauchen, wird noch ein Eimer benötigt inden das Wasser aus dem Anzug nach dem Tauchgang geleert wird. Das sollte nicht ins Schwimmbad gekippt werden.

- Ansonsten die gleiche Zusatzausrüstung wie damals, Sicherungstaucher, Sicherungsseil, 10 l Pressluftflasche mit T-Stück, Taucherhocker, Antibeschlagmittel, usw.

2. Termin, Vorführung in Stralsund am 19. Mai und evtl. am 23. - 26. Mai.
Das müssten einige von uns aus dem Norden in Stralsund zum Museumstag durchführen. Reisekosten werden bezahlt.
Für den Tauchgang im Container wird ein Taucherfahrstuhl bereitgestellt um den Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Bis dahin sollten die Achselgewichte gegossen sein. Der Termin vom 23. - 26. Mai überschneidet sich mit unserer Veranstaltung in Neustadt.

Ich bitte um eure Stellungnahmen und Vorschläge.

Gruß,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am Mo 25. Mär 2019, 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
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