Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Fr 6. Okt 2017, 15:17

Hallo Ulf,

zu deinen Fragen:

1) Das müssen wir mit einem Testanzug möglichst bald herausfinden.

2) Das ist hier im Forum zu erkennen. Es wird auch im Hintergrund daran gearbeitet, Gottfried Keindl wird bald ein erstes Schlauchmuster aus Messingdraht und Leder vorstellen.

3) Das wird wohl so sein, kann aber erst beantwortet werden, wenn wir die Kosten kennen.

4) Der Termin sollte zu halten sein, wenn wir keine Pause einlegen sondern alsbald mit dem Testanzug beginnen. Zudem ist es Oktober, die Wassertemperaturen sinken. . .

5) Wir müssen eine Replik in Museumsqualität abliefern, das müssen Fachhandwerker ausführen. Wir können nur wenig selbst herstellen, den Testanzug z.B. Die einzelnen Komponenten des fertigen Lederanzugs und die Messingteile kann ich am Ende selbst zusammenbauen.

Das „arg drunter und drüber“, wie du es genannt hast, war beabsichtigt, ist in der Kreativphase bestens bewährt und führt in der Regel schneller zu guten Ergebnissen als durchgeplante und damit eingeschränkte Vorgehensweisen. Das hat schon Charles Darwin erkannt und bewiesen. Als Designer weiß ich wovon ich spreche, Produktentwicklung ist mein Beruf. Das wir jetzt in eine strukturierte Bauphase eintreten müssen, liegt auf der Hand, ist der logische nächste Schritt und wurde so schon mehrfach angekündigt.

Schönen Gruß nach Neubrandenburg,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am Fr 6. Okt 2017, 17:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Monomat » Fr 6. Okt 2017, 16:35

Hallo Ihr Alle,

ich glaube auch Franz und alle Projektbeteiligten sind auf dem richtigen Gleis. Weiter so, Franz!

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Sa 7. Okt 2017, 05:28

Hallo Ulf,

ich finde nicht das es "drunter und drüber" geht. Die Projektbeteiligten haben auf Basis von umfangreichen Gedankenexperimenten, realen Experimenten und Literaturrecherchen die Realisierbarkeit des Kreeftschen Anzuges auf Basis physikalischer Gesetzmäßigkeiten bewiesen. Brainstorming nennt man das wohl heutzutage.
Nun könnte das Projekt realisiert werden oder man stellt fest, aus was für Gründen auch immer, es geht nicht. Interessant war es bis hierher auf jeden Fall.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Sa 7. Okt 2017, 15:41

Hallo Micha,

hier die ersten Skizzen zur Balganlage:

Balganlage 1.jpg
Das wäre ein Vier-"Zylinder" nach deiner Version "A". Die Balgen sind um das Ausgleichsgefäß platziert. Uber Rohre wird die Luft vom Balg ins Faß gedrückt und geht von dort Richtung Taucher. Die Anlage muß synchron über Eck betrieben werden: während 1 & 4 die Hebel drücken, ziehen 2 & 3 sonst kippt das Gestell um.
Woraus damals Rohre gemacht wurden, müssen wir noch herausfinden, wahrscheinlich Blei oder Kupfer. Hinter jeden Balg muß ein Absperrhahn sodaß auch mit drei oder zwei Balgen weitergepumpt werden kann, sollte einer undicht werden. Im Luftschlauch zum Taucher muß ein Rückschlagventil eingebaut werden. Das Gestell sollte zerlegbar sein, in einen PKW Kofferraum passen.

Balganlage 2.jpg
Eine solche Anlage hätte damals in einem größeren Ruderboot Platz gefunden. Das Untergestell wäre anders gewesen.
Dem Entwurf sieht man an, daß ich aus der Pfalz komme. . .


In beiden Zeichnungen ist das Fäßchen etwas zu groß geraten. 15 Liter Volumen sollten ausreichen.
Helmtaucher, welches Volumen haben eure Ausgleichsgefäße?

Gut Pump,

Franz

PS: Auf die Absprerrventile können wir verzichten, da in jedem Balg bereits ein Rückschlagventil eingebaut ist. Sollte einer der Balgen platzen, pumpen die anderen trozdem nicht ins Leere.
Zuletzt geändert von Franz am Mo 9. Okt 2017, 16:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mo 9. Okt 2017, 10:44

Hallo Zusammen,

Michas Variante „C“ von Seite 9 wäre auch geeignet. Ein Doppelbalg, der von einer oder zwei Personen bedient werden kann. Dazu muß oben eine Querstange vorhanden sein. Alles wird auf ein Brett montiert, auf dem die Bediener stehen und dem Ganzen Halt geben. Wenn zwei Balgen nicht ausreichen, montieren wir noch eine zweite Anlage dazu.

img957#.jpg


Was meint Ihr?
: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Di 10. Okt 2017, 06:25

Hallo Franz,

meiner Meinung nach sind beide Balgvarianten bestimmt möglich, die 4er hätte mehr Volumenreserven ist allerdngs auch aufwändiger zu bauen. Ob man den Pufferbehälter unbedingt braucht weiß ich nicht, er beruhigt evtl. den Luftstrom etwas. Wobei Bethel, zumindest patentmäßig, über solche Behälter nachgedacht hat. Um 1800 könnte der Behälter doch aber durchaus aus Messing- Kupfer- oder Stahlblech sein?
Das Bourdon Manometer ist bestimmt zur Sicherheit wurde aber erst später erfunden. Im realen Versuch würde ich zur Tauchersicherheit würde ich natürlich eine Paralleleinspeisung per Druckluftflasche und Druckregler vorsehen.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 10. Okt 2017, 09:02

Hallo Micha,

Balganlage
Die "3" ist kompakter, besser zu transportieren. Der Senkrecht stehende Pumphebel ist leichter zu bedienen. Die Dänen quälten sich in gebückter Haltung mit Hebeln in Bodennähe, s. Fotos auf Seite 11. Manchmal denke ich, daß die Bälge auch per Fuß bedient worden sein könnten, so kommt das Körpergewicht zum Einsatz. . . Orgelbauer machen das so.

Ausgleichsgefäß
Die Dänen hatten bei ihren Tauchversuchen ein solches verwendet. Wahrscheinlich gingen die Pumpbewegungen dem Taucher zu sehr auf die Trommelfelle. Ob Kreeft ein Ausgleichgefäß tatsächlich verwendet hat, wissen wir nicht. Mein Bauch sagt mir, daß ein solches nicht zum Einsatz kam, die Jungs waren damals hart im Nehmen. Um 1800 gab es genietete Behälter aus Metall. Ein kleines Faß war damals sicher preiswerter und im alltäglichen Gebrauch weit verbreitet.

Manometer
Wir brauchen einen zur Sicherheit, damit wir sehen ob nicht ins Leere gepumpt wird. Wie könnte damals ein Druckmesser ausgesehen haben?

Tauchsicherheit
Paraleleinspeisung, alternativ hatten wir noch eine zweite Luftversorgung im Anzug mit Einschlauchregler angedacht.

: )
Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 10. Okt 2017, 09:29

Hallo Zusammen,

hier ein erster Entwurf zu einer Projektliste, mir ist kein besserer Name eingefallen. In verschiedenen Tabellen sind die Komponenten der Tauchausrüstung aufgeführt. Die Liste ergänzt die noch zu erstellenden technischen Zeichnungen. Mit dem Projektfortschritt kommen noch weitere Spalten und Tabellen hinzu: Preise, Lieferanten, Termine usw. . . .
Peter Kreeft 09.10.17.xls
(38.5 KiB) 12-mal heruntergeladen


Damit es kein Kuddelmuddel gibt, sollte nur einer von uns die Liste führen, nach jeder Änderung mit Datum versehen und hier oder in Dropbox einstellen.
Ihr habt sicher noch Verbesserungsvorschläge. . .
: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 10. Okt 2017, 16:52

Hallo Zusammen!

Mal ganz was anderes, ein Blick über den Maskenrand in die damalige Zeit.
Neben Kreefts Tauchgang, war im Jahr 1800 noch allerhand mehr zugange:

https://de.wikipedia.org/wiki/1800
https://www.was-war-wann.de/1800/1800/1800.html

In Punkto Mechanik war man damals schon sehr weit. 1772 nahm James Cook den ersten mechanischen Schiffschronometer mit auf seine zweite Reise. Nach 81 Tagen auf See, hatte er eine Abweichung von nur 5 Sekunden oder 0,0617 Sekunden pro Tag. Mechanische Chronometer-Armbanduhren dürfen heutzutage maximal 2 Sekunden pro Tag abweichen, Quarzchronometer 0,07 Sekunden/Tag. Der Schiffschronometer von Harrison war Ende des 18 Jahrhunderts sogar ein Tick genauer als die heutigen Quarzchronometer. . . Das ist doch was.

: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Fr 13. Okt 2017, 07:24

Moin KTA-Projektler!
Beim lesen der letzten Beiträge und der von Franz aufgestellten Liste, stellt sich mir eine Frage. Wie weit sind wir damit noch am Original? Auf dem Bild des Zeitzeugen ist keine 4-Balge-Anlage zu erkennen, der Taucher trägt auch kein Brust-/Rückengewicht. Bei allem Respekt und Achtung vor euren Lösungsansätzen, aber Dr. Förster möchte die Verwendbarkeit des KTA nachgewiesen haben. Entfernen wir uns mit solchen erheblichen, von den Abbildungen abweichenden, Änderungen nicht ein ganzes Stück vom KTA? Die Frage stellt sich doch, warum ein Zeitzeuge, der die Ausrüstung in solcher Detailtreue in Wort und Bild dargestellt hat, dann solche primären Details weggelassen haben soll? Gut, grafisch eine mehr-Balge-Anlage in einem Boot darzustellen, ist schon nicht einfach, Aber hätte er dann nicht mehrere "Blasebalg-Akteure" oder die Anlage als solches im Einzelteil gezeichnet?
Ich verstehe euren Ansatz, die Möglichkeiten der Dänischen Kollegen zu implementieren. Aber gibt´s da nicht doch noch andere Möglichkeiten....???? *nachdenklich*
stg53
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