Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 12. Dez 2017, 23:39

Hallo Micha,

klasse, der Helm nimmt Gestalt an. Mir fehlt auch die Zeit, da müssen wir durch. Anfang Januar sollten die Details soweit geklärt sein, das die Handwerker Angebote kalkulieren können.

@ Ulf
Gewichte, wir müssen die rechteckigen Bleiplatten von Bethel nicht kopieren, die runden gefallen mir eh besser.
Bleiabwurf, das geht auch einfacher: Die Schnallen an den Schultergurten werden nicht richtig verschlossen, der Schnallenstift nur durch das Loch gesteckt, das Lederende wird nicht unter den Halteriemen geführt. So muß man nur dran ziehen und der Gurt öffnet sich. So können beide Gewichte abgeworfen werden. Das kann man am Hosengürtel ausprobieren:

L1190718 Kopie.jpg

Ausatemschlauch, die Zeichnung ist noch von vor einigen Monaten, da hatten wir diese Lösung ins Spiel gebracht, da sie bei Bethel zu sehen ist. Letztlich machen wir den Luftablaß so, wie es Micha's Testtauchanzug ergibt.

: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 12. Dez 2017, 23:49

Kreeftler,

hier noch ein Stapel Zeichnungen zur Diskussion.
Zum Vergrößern draufklicken.

L1190715#.jpg
Die Schlauchanschlüsse machen wir so. Vielleicht finden wir noch Vorlagen für ein Design um 1800.

img005#.jpg
Schlauchanschluß Sprachschlauch, wie die Membran letztlich ausgeführt wird ist noch offen. . .

img006#.jpg
Schlauchanschluß Luftzufuhr mit Rückschlagventil

img007#.jpg
Helmgestäbe mit umlaufendem Messingblech zur Befestigung der Anbauten.

img008#.jpg
Sprachtrichter für den Signalmann. Die Konstruktion der Membran ist noch offen.

img009#.jpg
Die Beinkauschen werden einen Durchmesser von ca. 16cm haben, das läßt sich an der Drehbank machen. Die Bauchkausche sollte einen Umfang von mindestens 1 m haben, der Duchmesser läge bei 32 cm, das könnte sogar zu knapp sein. Trickreich ließe sie sich an einer Drehbank oder auf einer Fräsmaschine mit Drehtisch herstellen. Bei Rob Krul meine ich große Maschinen gesehen zu haben. Vielleicht funktioniert auch eine kleine Fahradfelge.


: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Mi 13. Dez 2017, 07:34

Hallo Franz, Kreftianer, Sympathisanten, Taucher,

tja Franz, mit der Zeit ist das so eine Sache, als praktischer Einzelkämpfer geht das nicht so ganz schnell. Ein bissschen richtig arbeiten muss ich ja auch noch. Wäre schön wenn sich jemand um die Luftversorgung über Wasser kümmern würde, also praktisch.
Als Testschläuche schlage ich 3/4 Zoll Wasserschläuche vor, die sind dicht und druckfest genug 8 bar Betrieb/25bar Platzdruck, wenn wir die mit Leder überziehen könnten wir die auch für den realen historischen Tauchgang nutzen. Wir müssen uns nur noch mal über die Preiskategorie/Qualität verständigen.

Das Gewichtssystem für den Testtaucher wollte ich der Einfacheit halber so machen. Am Spannring kann man ja nichts befestigen, also Seile über die beiden Schlauchstutzen, über der Schulter verknotet und vorn/hinten als Schlaufe geführt, dort wird ein Schrittgurt befestigt. So bleibt der Helm unten.

Gewichte Versuchsanzug.jpg


Zur historischen Lederschlauchherstellung und Lederanzugherstellung hab ich in der Oekonomische Encyklopädie von 1773 bis 1858 in 242 Bänden (http://www.kruenitz1.uni-trier.de/) folgendes gefunden, eigentlich geht es um Klingert ist aber vergleichbar und zeigt die Technologie der Zeit.


"Diese Schläuche sind im Durchmesser 3/4 Zoll Rheinl., und bestehen aus gewundenem und 1 1/2 Linien dicken Messingdrahte, sowohl um das Zusammendrücken vom Wasser, als auch von andern Körpern zu verhindern. Es können solche auf einer Drehbank, über einer runden eisernen Stange sehr leicht und vortheilhaft verfertiget werden, und indem man nachher die Theile zusammenlöthet, kann man eine im Ganzen beliebige Länge erhalten, wenn diese dann mit einem doppelten Juftleder fest und wasserdicht übernäht worden, so lassen sich damit alle Biegungen und Wendungen machen. Man kann diese Schläuche, um Kosten zu ersparen, von dem Mundstücke an, nur 6 Ellen lang machen, und die übrige Länge kann aus verzinnten Blechröhren bestehen, die von drei zu drei Ellen lang mit einem zwölf Zoll langen ledernen Stücke Schlauch, nach ersterer Art verfertiget, zusammengeschroben werden, um auch mit diesem alle Biegungen beliebig machen zu können. Auch sind Wasserbehälter bei a, PfeiliconFig. 9108, zum Anschrauben angebracht, um das wenige Wasser, welches sich etwa durch den langen Gebrauch eindrängen könnte, zu sammeln, <181, 161> welches sich sonst in einer Biegung befindet, und das Athmen unangenehm machen würde. Damit nun das Leder durch den öfteren Gebrauch nicht hart werde, als auch um dessen kleine Poren mehr zu verstopfen und wasserdicht zu machen, so wird solches mit einer Schmiere stark eingestrichen. Man nehme dazu sechs Theile Wasser, zwei Theile Venetianischen Terpentin, zwei Theile Pech, und zwei Theile zerlassenes Schweinsfett. Dieses giebt eine zähe, fette, und lange Zeit weich bleibende Masse, welche das Durchdringen des Wassers verhindert. -- Zu den Schläuchen muß man das beste und stärkste Kernleder nehmen; auch müssen die Nähte des Kamisols und der Beinkleider noch einmal mit schmalen Riemen dicht und fest übernähet werden, desgleichen muß der ganze Anzug überhaupt auf den Cylinder, so wie auch auf die Arme und Schenkel, da, wo dieser geschnallt werden soll, genau angepaßt seyn, damit solcher schon an sich gut schließen, und durch Hülfe der angenäheten kleinen Riemchen um so bequemer darüber angezogen werden kann, und keine Falten entstehen können, welche sonst Wasser einsaugen, und durch das Schrauben der messingenen Riemen wegen der Stärke des Leders nicht zu zwingen sind."

Interessant finde ich.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 13. Dez 2017, 08:13

Hallo Micha,

für die Testtauchgänge mit dem Lederanzug sollten wir einen unverkleideten Gummischlauch zur Luftversorgung verwenden, sonst heißt es wir würden schummeln. Wir begründen das mit Schicherheitsaspekten. Der Sprachschlauch kann aus Leder sein. Den ledernen Atemluftschlauch prüfen wir auf 0,5 bar Druckfestigkeit und beweisen somit seine Funktionstüchtigkeit.

Luftversorgung überwasser, kann ich helfen, was ist da zu bauen? Wir verwenden den 2 bar Baumarktbalgen, stimmts?

Der Text zu Klingert's Schlauch ist sehr gut. Ich schicke ihn an unseren Sattler.
Die Messingdrahtsrärke von 1 1/2 Linien entsprächen etwa 2, 5 mm. Die Maßeinheit "Linie" wird hier erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Linie_(Einheit)

In meinen technischen Zeichnungen sind 1" Schlauchanschlüsse eingezeichnet. Ein Zoll ist der gängige Innendurchmesser unserer Faltenschläuche.
Mal abwarten wie deine 3/4 Zoll Schläuche funktionieren.


: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Mi 13. Dez 2017, 08:38

Hallo Franz,

ich würde sagen ja, der "Hochdruckbalg" bringt 0,8-1 bar. Reicht ja erst mal. Es geht außerdem um das T-Stück mit Rückschlagventilen und um die Pressluft Zusatz/Notversorung falls was mit dem Balg passiert.
#Ulf hast Du so einen Helmtauchregler den man an eine Pressluftflasche anschließen kann? Wenn ja, welche Anschlüsse braucht das T(Y) Stück dann?
Dann brauchen wir noch den Sprachtrichter, der sollte imo aus Sicherheitsgründen einen 3/4 Zoll Kugelhahn vorgeschaltet haben.

Übrigens die Sprechmembran mache ich aus 0,1mm Messinglech. Das kann man einlöten und es ist Druckfest genug.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Mi 13. Dez 2017, 11:32

......Not-Luftversorgung taucher: was haltet ihr davon den ganzen bailout schnick schnack, innere atemregler etc weglassen und statt dessen im hinteren bereich der haube (unsichtbar) einen 15-20cm langen gas-/wasserdichten reißverschluß installieren?

der umlaufende messingstreifen auf franz skizzen hat was. wir würden damit eine größerer grundsteifigkeit erreichen. kann das messingblech dann nicht auch gleich die funktion der mebran übernehmen?

#ulf
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 13. Dez 2017, 12:19

Hallo Freunde im kreeftschen Geiste!

Das umlaufende Messingblech muß gut 3 bis 4 mm dick sein, damit es die seitlichen Schlauchanschlüsse gerade hällt, wenn die Schläuche dran biegen und ziehen. Aber wer weiß, es kann sicher Schall aufnehmen und an den Sprachanschluß weiterleiten. Die Hauptarbeit soll hier die Membran erledigen, mal sehn wie sie unter o,5 bar Druck funktioniert, Ich fürchte nicht sehr gut. Wenn ich nur wüsste, wen man da mal fragen könnte. . . den Orgelbauer vielleicht.

Notluftversorgung, wie groß machen wir den Helm eigentlich? Ich habe hier einen Kupferhelm, da passt mein Kopf mit Lungenautomat gut rein.

Manchmal denke ich, wir machen uns zuviele Sorgen. Der Testtauchgang findet auf einer Leiter statt, die am stalsunder Hafenkai angelehnt ist. Unser Taucher steigt mit einer Leine gesichert auf 3 oder 5 Meter Wassertiefe und bleibt dort 5 Minuten. Ein Sicherungstaucher ist dabei. Selbst wenn aus irgend einem Grund viel Wasser in den Anzug läuft (Torpedotreffer) oder die Luftversorgung weg bleibt (Blitzschlag), haben wir unseren Taucher in wenigen Sekunden mit dem Kopf wieder über Wasser. Einem trainiertem Taucher dürfte das nix ausmachen.

Gruß,
Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 13. Dez 2017, 16:00

Hai!

Zu Schalldosen und Membranen findet man allerhand im Internet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schalldose
Man kann sie in Ebay kaufen.
Sie können eine strukturierte Oberfläche haben:
s-l225.jpg
s-l225.jpg (8.86 KiB) 238-mal betrachtet


Membranen werden am äußeren Rand in Gummi gelagert. Werden sie fest eingebaut, stört das die Funktion erheblich. Bei unserem Projekt kommt noch der einseitige Luftdruck dazu. Konsequenterweise sollte unser Schallschlauch daher mit Wasser gefüllt sein. . . von beiden Seiten wäre der Druck gleich . . . Ob das funktioniert? Was würde Peter K. dazu sagen?

: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Mi 13. Dez 2017, 18:14

:roll: ..... hallo!!! 1800 und strukturierte oberfläche der membrane!?!?!?!? franz, nu ma butta bei die fische, michas vorschlag da einen dünnen hauten messingblech aufzulöten langt doch völlig aus. ich glaub nicht, dass die damals irgendwelche gummiähnliche substanzen zum einlegen von membranen verwendet haben.
bei den kupferhelmen mit sprachschlauch war meines wissens nach auch kein wasser im sprachschlauch. und wie soll das funktionieren? da muss uns unser UW-Telefon-Spezi Volker L. mal auf die Sprünge helfen.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Do 14. Dez 2017, 17:25

Moin moin,
habs mal interessehalber ausprobiert:

L1190720#.jpg
Sahnebecher von unten aufgebohrt, daß er press auf ein Stück Gartenschlauch passt. Mit einem scharfen Drehstahl ging das auf der Drehbank.

L1190724#.jpg
In der Mitte des Schlauchs wurde ein Trichter gesteckt, danach die "Versuchsanlage" blasenfrei mit Wasser gefüllt und waagrecht ausgelegt. . .


Mit Wasserfüllung hats nicht funktioniert, wenn auf der einen Seite an den Becherdeckel getippt wurde, war das 5 m weiter nicht im Geringsten zu hören, seuftz. Ganz anders jedoch bei leerem Schlauch, die Schallübertragung funktionierte astrein! Als Membran ist Messingblech sicher besser geeignet als Schweinsblase. . . Jetzt müssen wirs nur noch hinbekommen, daß das Ganze mit 0,5 bar Überdruck funktioniert. Warten wir ab, wie Micha's Schalldosen sich bewähren. . .

: )
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