Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 22. Aug 2017, 07:47

Freunde,

wie konstruieren wir das Frontfenster?

Po 8.169 S8#.jpg
Um das Fenster ist ein Flansch gezeichnet, darauf sind dunkle Punkte zu sehen. Das könnten Nieten sein. . .?


Po 8-169 S.9#.jpg
Hier ist nicht zu erkennen wie die Scheibe befestigt wurde.


Helmfenster#.jpg
Ein genietetes oder angeschraubtes Frontfenster könnte so gemacht worden sein. Schrauben wären in unserem Fall besser, da man sie lösen oder nachspannen kann. Für die Testtauchgänge bauen wir ein normales Helmfenster ein.

Für den Tauchversuch sollten wir aus Sicherheitsgründen ein schnell öffenbares Fenster einbauen. Im Falle eines Wassereinbruchs würde es zu lange dauern bis die Jacke ausgezogen ist. Das heisst, wir brauchen zwei Fenster, ein genietetes oder verschraubtes fürs Museum, das zweite aufschraubbare zum Tauchen.

: )
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Zuletzt geändert von Franz am Di 29. Aug 2017, 17:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 22. Aug 2017, 13:36

Josef hat geschrieben:Moin,
zum Thema Schlauch, Blasebalg und Telefon hier auch mal ein Bild von der Nachbarbaustelle. Dieses Teil ist in den Museen öfter zu finden, da immerhin ca. 6000 Stück davon produziert wurden. Ich gehe davon aus, das zumindest in Berlin (in jedem Fall im Feuerwehrmuseum) Originale vorgehalten werden. Man kann durchweg drüber nachdenken, zumindest den Blasebalg zweckzuendfremden und auch mal genauer auf den Schlauch zu schauen.
Gruß



Josef, schau mal:

Der Luftstrom ist relativ konstant: https://www.youtube.com/watch?v=WQ9Axwkv_Z0

Hier sieht man das Rückschlagventil: https://www.youtube.com/watch?v=5wqpd9PBYyY

So funktioniert das also. . . .

: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Di 22. Aug 2017, 14:03

...ganz so einfach wird das nicht gehen mit dem Blasebalg. Der muß ja, sagen wir mal 0,5 - 1 bar erzeugen können. Also eher kleineres Volumen und evtl. durch Metalldrahtrippenen faltenförmig stabilisierte Bälge. Mit einem "normalem" Balg müsste mal jemand messen wieviel Druck der bringt. Zum Testen des Helmes könnte man auch erstmal so eine Doppelhub Kolben Bootspumpe 2x2 Liter glaube ich, verwenden. Bringt angeblich 1 Bar.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 22. Aug 2017, 14:36

Hallo Micha,
das stimmt, ein großer Schmiedebalg wie in den Videos zu sehen, bring viel Luft aber wenig Druck. Unser Balg wird kleiner sein, dafür höheren Druck liefern. Wir brauchen so 20 - 40 Liter pro Minute im "constant flow" und ein Druck von maximal 1bar.

: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Di 22. Aug 2017, 14:38

.... andererseits erinnere ich mich gerade an meinen Beitrag viewtopic.php?f=30&t=419&p=716&hilit=diving+helmet#p716 aus den 40er Jahren. Hier werden ebenfalls Blasebälge verwendet. Funktionieren sollte es.

Gruß
Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 23. Aug 2017, 08:23

Po 8.169 S8##.jpg
Der Zeitzeuge schreibt, daß der Balg drei bis 4 fuß groß ist. Das sind so 90 bis 120 cm.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 23. Aug 2017, 08:57

Hallo Zusammen,

Richard Walsby, HDS UK, verfolgt unser Projekt mit Interesse und gibt gute Hinweise. Hier unser Schriftverkehr der letzten Tage.

Gruß,
Franz

Am 21.08.2017 um 21:03 schrieb e-mail richard.walsby:

Franz,
I expect you have thought of this but there are several videos showing how to construct your own bellows as used by blacksmiths (schmied) on YouTube. I guess a blacksmith's bellows will allow greater volumes of air to be moved than just an ordinary fire-bellows. There may also be makers of replica bellows in Germany who may be able to give you advice on construction

Regards
Richard

On 21 August 2017 at 21:52 Franz Rothbrust <franz.rothbrust@historische-tauchergesellschaft.de> wrote:

Dear Richard,

thanks a lot for your support, which is highly appreciated. We may be able to get a bellow from a fire fighter museum. Blacksmith bellows are huge and can deliver a high volume, but they can not build up much pressure. So we need a medium size one. According to Kreeft, he has to be 3 or 4 feet long. Kreeft did not dive deeper than 10 meters. Otherwise his constant flow air supply would have not worked. The bellow has to deliver about 40 normal liters of air per minute or 20 liter under a pressure of 1 bar.
I will take a look into the YouTube bellow making videos. During the next days I have to find a leather tailor to make the suit. He or she should be able to sew water tight. We need to find someone who can make historic leather hoses, this is probably the largest problem we have.

: )
Franz


Am 22.08.2017 um 12:04 schrieb e-mail richard.walsby:

Franz, I forgot to include this suggestion.
There was a book written in English by Tim Severin in 1978 called The Brendan Voyage. This was about his attempts to re-create the voyage by the semi-mythical Saint Brendan, an Irish missionary who lived in the 6th Century and is claimed to have sailed to America (Newfoundland). The author made an authentic replica of the leather boats used at the time, which were called curraghs . These were made from leather from ox-hides which had been tanned with oak-bark and made waterproof with wool grease or lanolin. The replica was not expected to survive the journey, but in fact it was successful and so was the book based on the journey.
I guess your replica will not be asked to survive such extremes as the curragh.

You may be able to get further advice or help on treating leather from these German Institutes
https://www.filkfreiberg.de
or
http://vgct.de/

Museums will often have suppliers if they want to restore old materials such as armour and other leather articles and there may be other research centres you could consult.

Best wishes
Richard


Richard,
OK, we will use wool grease from Harris Island! Oak bark fermented leather is the one we will have to take for the suit because it does not get hard after being in contact with water.

: )
Franz

Am 22.08.2017 um 13:45 schrieb Franz Rothbrust:

Richard,

thanks, I will contact them an let you know.

End of September, Dr. Freitag from the Stralsund Museum will be back from holiday, he may have sources as well.

The Kreeft project is getting more and more interesting.

: )
Franz


On 22 August 2017 at 13:38 Franz Rothbrust <franz.rothbrust@historische-tauchergesellschaft.de> wrote:

Richard,

these people should be helpful as well:

https://www.ledermuseum.de/

I sent them an email asking for support.

: )
Franz

Am 22.08.2017 um 17:55 schrieb e-mail richard.walsby:

Franz,
The DLM looks a good find
I guess you want people with knowledge of the "industrial" working of leather rather than the "artistic" sort.
Richard



Richard,

the industrial or technical experts are good to solve the basic problems. As soon as we know how to make all details, the "artistic" part will follow. Kreeft's suit was made during the period of classicism. We should follow the "design" of that period.

: )
Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Mi 23. Aug 2017, 10:18

Hallo Blasebalgtaucher,

Noch im Urlaub kann ich nicht selbst testen. Vermutlich wird ein leistungsstarker Blasebalg gar nicht so einfach. Damit man mal ein Gefühl bekommt.

Screenshot_20170823-100506_20170823101654766.jpg


Dieser moderne Balg schafft gerade mal 0,3 bar. Das wird auch in der Lederausführung wohl nicht viel mehr. So ein riesen Ding wie auf der Illustration mal locker unter den Arm klemmen ist unmöglich.
Kann sich ja jeder ausrechnen.

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mi 23. Aug 2017, 11:24

Micha,

Ich habe mal nachgerechnet, hier meine Formel:

FB x D/2 = (D + H) x FM

FB = Kraft auf der inneren Balgfläche
D = Balgdurchmesser
H = Hebellänge
FM = Kraft am Hebelende

Balgphysik.jpg


Formel nach FM umgestellt:

FM = FB x D/2 geteilt durch D + H

Nehmen wir mal an, der Blag in der historischen Abbildung hat einen Durchmesser "D" von 50cm. Das wären knappe 2000 cm² x 0,3 bar = 600 kg Druck auf der hölzernen Balgfläche (FB). Unter dem Arm geht das auf keinen Fall. Der Blag hatte sicher einen seitlichen Hebel (H) , nehmen wir mal an, der ist auch 50cm lang, dann müsste der Mann an der Pumpe mit etwa 150 kg (FM) den Blag nieder drücken um 0,3 bar zu erzeugen. Das wird nicht funktionieren.

Mit einem Balg von 30 cm Durchmesser und einer Hebellänge von 30 cm müssten noch ca. 70 kg Druck aufgebracht werden. Das bei einem Druck von 0,3 bar. Bei 0,6 bar wären 140 kg notwendig.

Wenn meine Formel stimmt, brauchen wir einen kleinen stabilen Balgen mit einem langen Hebel. . .

Ich muß unbedingt den Friedrich Högner dazu fragen, bei dem hats doch funktioniert.

: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Lekies » Do 24. Aug 2017, 14:36

Ich verfolge euer Projekt ja sehr interessiert, der nicht ganz unbekannte englische Hersteller Siebe Gorman hat anfänglich wie auch Dräger vieles für die Feuerwehr hergestellt, darunter auch diese Pumpe:
http://www.ebay.ie/itm/Firefighters-bel ... SwBOtY9ik2
für ganz flaches Wasser kann ich mir das vorstellen :-)

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