Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 23. Jul 2019, 08:43

Also doch ein druckfester Oberkörper . . . . Diese Abbildung habe ich noch nie gesehen. Ich frage auch nach mehr Fotos der Replik.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Mo 29. Jul 2019, 10:16

Hallo Zusammen!

Pierre Blanchard, hat auf die "Replik" nach de Beauve geantwortet.

Sie wurde für einen Film benötigt: "Ridicule de Patrice Leconte".
- Der Helm ist aus GFK
- Der Taucher verwendet ein Lungenautomat mit Oberflächenversorgung
- Die Sprachverbindung ist eine Attrappe
- Der Balg hat keine Funktion
- Der Anzug läuft voll Wasser. . . . .

Trotzdem, das Original mit druckfestem Oberteil kann um 1715 funktioniert haben:

description Chevalier deBeauve#.jpg
Überstzung:
Der erste Helmanzug war der des Ritter Pierre Remy de Beauve (Garde de la Marine 11 Brest), hergestellt 1715 etwa. Der Taucheranzug bestand aus einem Metallhelm und einem Ledergewand. Der Helm war mit der Oberfläche durch zwei Schläuche verbunden, von denen einer über einen Balg mit Oberflächenluft versorgt wurde, während der andere verwendet wurde, um die Ausatemluft des Tauchers zu evakuieren. Der Ritter von Beauve legte damit den Grundstein für das, was werden sollte und was bis heute geblieben ist, der Helmtauchanzug.



Gruß,
Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Sa 17. Aug 2019, 10:35

Hallo Zusammen!

Hier einige neue Überlegungen zum Abdichten der Nähte. Pech, Talg, Bienenwachs und Terpentin stehen in den Rezepten. Das ist sicher für die Fläche geeignet, aber nicht unbedingt um Nähte gegen Druckluft abzudichten, wie sich gezeigt hat. Talg und Bienenwachs sind Trennmittel, damit kann man keine Nahtlöcher gasdicht versiegeln, das wird nicht verkleben.

Ich habe an 50cm Schlauch unverdünntes Pech ausprobiert.

L1240326#.jpg
Entlang der Naht und der Seite wurde mit einem Spatel heißes Pech aufgetragen und kräftig eingedrückt.
Das Ganze geschah unter Warmluft, welche das Pech flüssig hielt.

L1240328#.jpg
Pech Schmelztiegel und Spatel

L1240330#.jpg
Test bei 0,5 bar. . . In der Badewanne zeigt sich, daß die allermeisten Luftblasen seitlich an der Naht zwischen den Lederlängsseiten herausperlen. Das ist auf dem Foto schlecht zu erkennen. Aus den Nahtlöchern und der Fläche perlt es hie und da auch heraus.

Das unverdünnte Pech eignet sich besser als die Mixturen aus Fett, Terpentin und Bienenwachs. An der Schlauchnaht perlt es bei 0,5 bar weniger als an der Helmnaht bei 0,04 bar. Immerhin. . . Nach dem Erkalten ist das Pech brüchig, darf also nicht zu dick auf getragen werden.

Wie machen wir weiter? Es sind auf jeden Fall weitere Recherchen und Versuche notwendig. Vielleicht müssen wir Ziegendarm in den Schlauch einziehen damit er luftdicht wird. Irgendwo habe ich gelesen, das Darm in Schläuchen zum Einsatz kam. An der Royal George war man 1820, 20 Meter tief mit Lederschläuchen. Irgendwie müssen die Dinger dicht zu bekommen sein.

Ich will erstmal so weitermachen: An einem Lederstreifen wird in Längsrichtung außen links und rechts, 10 mm breit auf der Fleischseite Pech unter Warmluft aufgetragen und ins Leder gepresst. Der Lederstreifen wird gefaltet (Fleischseite innen) und von Hand zu einem Schlauchstück zusammengenäht. Die Naht verläuft mitten durch den Pechstreifen. Sie wird von außen unter Warmluft mit Pech versiegelt. Dabei muß auch das Pech zwischen den Lederstreifen schmilzen und abdichten. Danach folgt wieder eine Probe auf Dichtheit. Ist der Schlauch dicht, wird er von außen eingefettet. Fett löst kaltes Pech nicht an. Zu guter Letzt wird der Schlauch mit Pflanzenöl gefüllt damit sich das Leder von Innen vollsaugen kann. Das läßt man anschließend in Ruhe herauslaufen, bis kein Tropfen mehr erscheint. Wenn man es recht bedenkt, könnte der Schlauch vor dem Nähen auf der Innenseite bis an die Pechstreifen ordentlich eingefettet werden. Das Fett wird die Pechstreifen nicht anlösen. So sparen wir das Gedöns mit der Ölfüllung.

Das sähe im Prinzip so aus.
img610.jpg


Wenn jemand eine andere Idee hat. . . ? Hier liegt genug Pech zum Probieren. Talg und Bienenwachs liefere ich gleich mit.

: )
Franz
Zuletzt geändert von Franz am Mi 21. Aug 2019, 15:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » So 18. Aug 2019, 16:14

Hai!

Gottfried hat diese Bilder gemacht, sie zeigen einen ledernen Feuerwehrschlauch.

Lederschlauch 1#.jpg

Lederschlauch 2#.jpg

Lederschlauch 4#.jpg

Lederschlauch 5#.jpg

Lederschlauch 6#.jpg


Dabei fällt folgendes auf:
- Das Leder ist mindestens doppelt so dick wie das unsere.
- Die Narbenseite ist innen.
- Die Längsnähte sind mit einer Rundnadel im Eskimostich ausgeführt. Das müsste man genauer untersuchen.
- Wie die Quernähte angelegt sind ist nicht zu erkennen. Wahrscheinlich auch mit der Rundnadel.
- Es sind Reste von irgendwelchen Dichtmitteln an den Fäden außen zu erkennen.

Der Feuerwehrschlauch muß "nur" wasserdicht sein. Wir wollen bis zu 1 bar Luftdruck verwenden. Es wäre ganz gut, sich hier fachlichen Rat einzuholen.

Gruß,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am Do 22. Aug 2019, 18:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Do 22. Aug 2019, 17:05

Hallo Zusammen!

Wenn man sich die Naht vom Feuerwehrschlauch in der Vergrößerung ansieht, fällt nochmehr auf:

Die Reste des Dichtmittels sind nicht pech-schwarz. Das ist vielleicht garkein Pech. . . . ?

Die Dichtmittelreste sind nur an den Fäden zu sehen. Das stützt meine Überlegung, daß für die Nähte etwas anders verwendet wurde als die Fläche.

Lederschlauch 2a.jpg


Es hat sich gezeigt, daß pures Pech besser dichtet als wenn es mit Fett gemischt wird. Es verklebt jedoch nicht sonderlich gut mit dem Leder, läßt sich von der Pressluft verdrängen. Das Dichtmittel oben im Bild könnte Baumharz sein. Harz ist sehr klebrig. Es muß noch ein geeignetes Mittel gefunden werden, es etwas weicher zu machen, damit es nach dem Abkühlen nicht brüchig wird. Fett oder Wachs sollten wir nicht benutzen.

Gruß,
Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Fr 23. Aug 2019, 07:49

Freundinnen und Freunde der luftdichten Ledernaht!

Neuer Versuch in der Badewanne, diesmal mit einer Baumharz gedichteten Naht. Ich mache es kurz: Harz dichtet nicht besser ab als Pech. Das "Blasenbild" ist gleich: Luft bläst an den Nahtlöchern, und zwischen dem Leder seitlich heraus. Es läuft also darauf hinaus, den Dichtrand vor dem Vernähen mit Dichtmittel zu versiegeln, s. Beitrag vom 17. August. Jetzt muß ich erstmal Leder besorgen.

Gruß,
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Di 3. Sep 2019, 06:47

[quote="Franz"]Hallo Zusammen!

Wenn man sich die Naht vom Feuerwehrschlauch in der Vergrößerung ansieht, fällt nochmehr auf:

Die Reste des Dichtmittels sind nicht pech-schwarz. Das ist vielleicht garkein Pech. . . . ?

Die Dichtmittelreste sind nur an den Fäden zu sehen. Das stützt meine Überlegung, daß für die Nähte etwas anders verwendet wurde als die Fläche.

Moin Franz, beim Nähen verwendeten Schuster und Sattler früher Wachs um den Zwirn geschmeidiger zu machen und so besser und schneller näher zu können. Das auf der Vergrößerung zu sehende Material ist m.E. nach Wachs o.ä.. Wenn der Faden gut gewachst durch das Leder geführt wird, streift an den Einstichstellen immer ein wenig Material ab. Vielleicht handelt es sich bei der zu sehenden Masse also darum.
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Di 3. Sep 2019, 16:37

Das Forum ist unübersichtlich. Das hatten wir schon mal herausgearbeitet :-)
Suchbegriff: Pechband .....

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Fr 6. Sep 2019, 10:51

Wie ist eigenrlich der Stand beim Balgbau?

Gruß Micha
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Fr 6. Sep 2019, 12:44

Am 23. diesen Monats soller fertig zum Abholen sein. Ich hoffe, daß sich der Termin nicht wieder verscheibt.
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