"Verchromen"

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"Verchromen"

Beitragvon Franz » Mo 18. Aug 2014, 12:15

Hallo Zusammen!

Weiland habe ich eine Verbindungsbrücke verchromen lassen, das hat zu meinem Schreck 115 Euro gekostet. . .

Es gibt ein alternatives Verfahren, es handelt sich um ein Verzinnen, das wie verchromt aussehen kann.
Man braucht Zinngranulat oder einen block Zinn von dem man welches in einen kleinen Kochtopf raspelt bis der Boden bedeckt ist. Dann ein Eßlöffel Weinsteinsäure (Kaliumhydrogentartrat) hinzugeben. Das zu beschichtende Messingteil in den Topf legen und mit Wasser auffüllen bis es gut bedeckt ist. Das Messingteil muß fettfrei und die Oberfläche sauber sein. Das Wasser leicht zum Kochen bringen und dabei darauf achten, daß das Messingteil immer mit Wasser bedeckt ist. Nach ca. einer Stunde ist das Teil verzinnt. Während der Prozedur die Dunstabzugshaube einschalten. Man riecht während des Kochvorgangs fast nichts. Ich bin kein Chemiker aber den Kochtopf würde ich nichtmehr zum Zubereiten von Lebensmitteln verwenden.
Kaliumhydrogentartrat bekommt man hier: http://www.caelo.de

L1100062#1.jpg
Vorher

L1100065#2.jpg
Nach einer Stunde Kochzeit


Gruß,
Franz
Zuletzt geändert von Franz am So 24. Aug 2014, 10:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Verchromen"

Beitragvon Lothar » Mo 18. Aug 2014, 16:08

Hallo Franz,
nicht schlecht! Was meinst Du, wird die Schicht immer dicker, je länger man es kochen lässt, oder ist Schluss, wenn kein Cu mehr erreichbar ist?
Woher hast Du das Zinn, Deine Zinnsoldaten eingeschmolzen?
Mit der Zeit dürfte es stumpfer werden, also ab und zu die Lieblinge polieren.
Danke für die Hinweise!
Micha und ich wollten eigentlich mal probieren, stromlos zu vernickeln, und haben die dafür notwendige Brühe schon gekauft.
Leider hat dann keiner von uns es zeitlich geschafft, das durchzuziehen, weil die Vorbereitung doch ziemlich aufwändig ist.
Ich wäre bereit, meine Lösung und die noch notwendigen Chemikalien kostenlos an jemanden abzugeben, der damit experimentieren möchte.
http://www.nibor.ath.cx

Gruß,
Lothar
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nibor_techn_daten.pdf
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Re: "Verchromen"

Beitragvon Franz » Mo 18. Aug 2014, 16:50

Hallo Lothar,
länger Kochen scheint nichts zu bewirken, die Beschichtung wird nicht dicker, auch nach zwei Stunden nicht.
1##.JPG
Hier ist auf der Tülle etwas Patina zu sehen, die muß man blitzeblank wegpolieren. . .

2##.JPG
Hier wieder schön "Verchromt" nach etwa einer Stunde Kochzeit.

Es scheint besser zu sein die Stücke einzeln im Topf zu brodeln. Den Zinnbrocken habe ich von einem Modellbauer, der hat mir auch den Trick mit dem Verzinnen verraten. Mal sehn wie sich die Oberflächen nach Gebrauch verhalten. . .

: )

Franz
Zuletzt geändert von Franz am Di 19. Aug 2014, 06:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Verchromen"

Beitragvon Lothar » Mo 18. Aug 2014, 23:08

Hallo,
ich hab' eine relativ preiswerte Quelle für Zinn-Granulat

http://www.schrottmax.com/shop2/index.php

1kg kostet etwa 38 Euro.
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Re: "Verchromen"

Beitragvon Franz » Di 19. Aug 2014, 06:27

Lothar,

man könnte auch Lötzinndraht aus dem Baumarkt (ohne Flußmittel) in kleine Stücke schneiden. . .

Weinsteinsäure gibt es in Ebay, 12 Euro das Kilo. Wenn ich mich recht erinnere bekommt man das Pulver in kleineren Mengen auch beim Apotheker. Falls etwas übrig bleibt, kann man damit kochen. Es wurde früher statt Zitrone zum Säuern benutzt, hier ein Rezept aus Oma's Zeiten. Gehört zwar nicht hierher, ist aber immerhin "historisch".

Zutaten:
• 28 Stk. Holunderblüten (nach Geschmack auch mehr)
• 3 l Wasser
• 80 g Weinsteinsäure (ist gesünder als Zitronensäure)
• 4 Stk. Bio-Zitronen (gewaschen)
• 3 kg Zucker (Die Zuckerindustrie scheint hier wohl Einfluß auf die Menge genommen zu haben, ich würde höchstens 1/3 davon nehmen)

Zubereitung:
Für den Holunderblütensaft nach Großmutters Art Blüten mit Weinsteinsäure und Zitronenscheiben mindestens 24 Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen.
Danach abseihen und mit 3 Kilo(?) Zucker aufkochen und noch heiß in Flaschen füllen und gut verschließen.
Einen besonderen Geschmack bekommt der Hollersaft, wenn man Vollrohrzucker an Stelle von Rübenzucker verwendet.
Tipp:
Da der Hollersaft einmal aufgekocht wird, löst sich der Zucker gut auf und die Haltbarkeit wird verlängert (mind. 1 Jahr!). Einsiedehilfe ist daher nicht nötig.Wenn man den Zucker nur mit einer kleinen Saftmenge aufkocht, damit er sich gut auflöst und erst später den restlichen Holundersud dazugibt – diesen nur auf 75 Grad erhitzt, bevor man ihn in Flaschen füllt, bleiben die Inhaltstoffe im Saft erhalten.

: )

Franz
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Re: "Verchromen"

Beitragvon Lothar » Di 19. Aug 2014, 09:31

Hallo Franz,
bei Lötzinn muss man natürlich aufpassen. Manche haben nur 60% Sn-Anteil, andere schon bis 96%.
Das Zeug von dem o.g. Schrotthändler hat 99,9% Sn. Und es ist schon Granulat.
Da bleibt die Oberfläche viel länger schön blank.
Und wenn man sich schon die Arbeit macht,...
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Re: "Verchromen"

Beitragvon oxydiver » Fr 22. Aug 2014, 11:35

Hallo,
Auch wenn ich zur Zeit im Urlaub bin, das stromlose vernickeln probiere ich noch aus! Aber die zinnmethode sieht auch nicht schlecht aus...
Gruß Micha
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Re: "Verchromen"

Beitragvon oxydiver » Do 25. Sep 2014, 19:21

....Nun hab ich es versucht, aber leider ohne Erfolg, offensichtlich ist die "Nibor" Lösung aus der Schweiz nicht chemisch langzeitstabil. In der Lösung hatte sich ein Klumpen Irgendwas, vermutlich NIckel, abgeschieden. In der Hoffnung das es doch nur ein metallisch aussehendes Salz ist hab ich die Lösung wie vorgeschrieben auf 60 Grad erhitzt. Es löste sich aber nichts mehr, auch ein Teststück zeigte keinen Nickel Niederschlag, also Versuch abgebrochen. Wer zu spät kommt .....

In Deutschland gibt es aber vermutlich auch ein ähnliches Mittel: http://www.tifoo.de/vernickeln

Micha
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