Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon oxydiver » Di 8. Mai 2018, 08:57

Hallo,

die Schläuche sehen ja gut aus, die sind jetzt jeweils 6m lang? Die Nähte erzeugen nun hunderte Köcher und der Faden ist wahrscheinlich synthetisch und quillt nicht? Man könnte also die Schläuche stückweise in einen Kessel mit der flüssigen heißen Inprägniermischung tauchen oder eben aufpinseln und mit der Heißluftpistole weiter erwärmen und hoffen das es duch die Kapillarwirkung in die Poren und Nahtlöcher eingesaugt wird.

Wie willst Du (will die HTG) es machen?

Gruß Micha
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oxydiver
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Di 8. Mai 2018, 09:15

Hallo Micha,

beide Schläuche sind jeweils vier Meter lang. Diese Länge braucht Dr. Förster fürs Museum.
Zum Tauchen verlängern wir mit 1" Gartenschlauch.
Dr. Förster wollte synthetischen Faden, da dieser nicht verfault. Unser Nachbau soll viele Jahrzehnte im
Museum ausgestellt werden.
Jeder Schlauch hat ein Volumen von nur zwei Litern. Man könnte sie senkrecht hängen und
mit flüssigem Dichtmittel volllaufen lassen, in den Backofen kringeln und in Ruhe einziehen lassen.
Von innen abzudichten ist besser als von außen, da das Leder so besser trocknen kann.
Wir müssen abwarten bis Dr. Förster wieder im Lande ist. Er muß mit der Lederrestauratorin und
Herrn Piering beraten wie weiter verfahren wird.

: )
Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » So 13. Mai 2018, 06:32

Freunde der wasserdichten Ledernaht!

Ich habe mal ein bischen herumprobiert und wiedereinmal dazugelernt.

L1200440#.jpg
Mit einer kleinen Spachtel wurde Unterbodenschutz (verdünnter Teer)
in die Fadenlöcher gedrückt. Links und rechts von der Naht wurde mit Tesafilm abgelebt.

L1200446#.jpg
Nach dem Trocknen sieht das so aus. Eine dünne Schicht Unterbodenschutz wurde über der Naht gelassen, sie ist rissig und damit ohne Dichtwirkung.


Mit Teer oder Pech können wir nur die Fadenlöcher selbst abdichten. Das Leder muß von der Fleischseite ordentlich gefettet werden, damit es sich füllt und kein Wasser einziehen kann. Wo Fett drin ist, kann kein Wasser rein - hoffe ich zumindest. Unter wechselnder Belastung werden die Nähte sicher immerwieder undicht und müssen nachgefettet werden. Dazu können wir den Anzug links drehen.
An den Nähten wird der Anzug nie 100% dicht sein, das haben ähnliche Projekte gezeigt. Wie dicht an den Kauschen abgeschlossen werden kann, wird sich zeigen, eventuel brauchen wir Seilspanner.



Mit dichtem Gruß,

Franz
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon Franz » Do 17. Mai 2018, 09:50

Dichter!

Es gibt ein Produkt bestehend aus Bienenwachs: SNO SEAL.
Man trägt es auf wie Schuhcreme, danach mit dem Föhn anwärmen bis es schmilzt und einzieht.
Es wandert in die Breite und schlägt sorgar bis auf die andere Seite des Leders durch.
Damit werden lederne Wanderschuhe abgedichtet.

L1200449 Kopie.jpg


Dr. Förster ist bald wieder im Lande, mal abwarten, was er dazu meint. . .

: )
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Re: Nachbau des Tauchanzugs von Peter Kreeft

Beitragvon stg53 » Di 22. Mai 2018, 14:32

Franz hat geschrieben:Jeder Schlauch hat ein Volumen von nur zwei Litern. Man könnte sie senkrecht hängen und
mit flüssigem Dichtmittel volllaufen lassen, in den Backofen kringeln und in Ruhe einziehen lassen.
Von innen abzudichten ist besser als von außen, da das Leder so besser trocknen kann.


Hallo Franz! Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist, den Schlauch -mit was auch immer- für einem Dichtmittel volllaufen zu lassen.
Ich denke, jedes Dichtmittel hat eine dickflüssige bis zähe Konsistenz. Würde die sich dann nicht an der Messingspirale verfangen bzw zwischen den Windungen unkontrollierte Ablagerungen bilden? wenn der Schlauch dann bewegt wird, könnte die lose, innenliegende Spirale diese Überstände/Ablagerungen lösen und der ganze Kram würde dann unter Umständen direkt über das Sicherheitsventil in den Helm geblasen werden.
Ich bin mir nicht sicher ob durch eine Imprägnieren des Schlauches auf dies Art und Weise, die absolute Sauberkeit des Schlauchinneren gewährleistet ist.
Frage: wie dick ist das verwendete Leder für die Schläuche?

Gruß Ulf
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