Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Alle Varianten und Aspekte

Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon Franz » Mi 2. Nov 2016, 10:18

Hallo Zusammen,

kennt jemand die Typenbezeichnung von diesem O²-Kreislaufgerät von Dräger? Ludwig Sillner war mit einem solchen in den Anfangsjahren unterwegs.

L1110175 (Large).jpg


; )
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Re: Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon Franz » Mi 2. Nov 2016, 13:01

Hallo Zusammen,

die Antwort hätte ich selber wissen müssen. . . . .

Es handelt sich um das "Delphin I" oder "Barakuda", welches von Dräger und Barakuda Anfang der 1950er Jahre vermarktet wurde. Im Katalog von Barakuda aus dem Jahr 1953, wird es als Modell "Barakuda" vorgestellt. Es wurde ein Jahr danach vom Dräger 138 abgelöst.

: )
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Re: Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon oxydiver » Mi 2. Nov 2016, 20:23

Hallo Franz,

gibt es aktuellen Anlass zu Deiner Frage, im Prinzip hatten wir das Thema ja auch schon mal hier beleuchtet: viewtopic.php?f=33&t=471.

Gruß Micha
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Re: Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon oxydiver » Do 3. Nov 2016, 05:33

Hallo Franz,

von den bekannteren Tauchern hat nicht nur Sillner den Delphin I verwendet sondern auch Klaus Wissel und andere. In einer Weise wie man es heute kaum glauben mag. Hier ein Auszug aus einem sehr kritischen Bericht aus der Delphin von 04/1957 (dort war das Fazit maximal 13m);

Beispiele:
Es gibt Taucher, die mit Sauerstoffgeräten
Tiefen von 40 Metern und mehr aufsuchen
können, ohne daß Ihnen der
„Oxygen-Pete", wie die englischen Frogmen
den Tod durch Sauerstoff-Vergiftung
bezeichnen, etwas anhaben könnte.
„Unmöglich!" werden die Tauhtheoretiker
und auch viele Sporttaucher —
manche vielleicht sogar aus eigener Erfahrung
— sagen. Aber es ist so. Als Beispiel
möchte ich hier die beiden Sporttaucher
Wissel und Sacher aufführen,
die bei ihren Tauchabstiegen ständig Tiefen
über 30 m aufsuchen, wobei ersterer
ein ziemlich klappriges „Delphin I"-Sauerstoffgerät
und letzterer sogar einen
umgebauten „Tauchretter" (der im vergangenen
Krieg bei unserer Marine wegen
seiner „Gefährlichkeit" verhaßt war!)
benutzt. Sämtliche Tiefenabstiege sind
bisher ohne jeden Zwischenfall verlaufen.
In meinem Beisein — ich stand mit
meinem Dräger-Kreislaufgerät „D 138"
in etwa 38 m Tiefe — tauchte Wissel
sogar einmal auf ca. 46 m, wo er sich
fast 5 Minuten lang aufhielt, um an einer
Felssteilwand Korallen zu sammeln.


Wahnsinn.....

Gruß Micha

Wissels Unfalltod war aber letztendlich auf seinen Herzfehler zurückzuführen
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Re: Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon Franz » Do 3. Nov 2016, 16:08

Hallo Micha,

das ist wirklich "Wahnsinn", da hätte ganz leicht was passieren können.
Manche Menschen halten mehr aus als andere, Reinhold Messner hat im Alleingang alle 8000er Berge ohne Sauerstoffatmer bestiegen. Helmut Schmitt ist als Kettenraucher, weit über 90 Jahre alt geworden. . . . Den beiden möchte ich das nicht nachmachen wollen.
Als Jimi Hodges, ein ehemaliger englischer Marinetaucher, während einer der Xarifa Expeditionen umkam, stieg Hans Hass auf Pressluft um. Er selbst hatte mit diesen einfachen O²-Geräten einige Beinahunfälle. Wenn ich mich recht erinnere, war er bis zu 30 Meter damit hinab getaucht.
Ich hatte mal in 45m Tiefe mit Pressluft einen leichten Tiefenrausch. Ein Andermal war ich ohne Probleme auf 60m. Das würde ich alles heute nichtmehr machen, bei 30m ist einfach Schluß.

: )
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Re: Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon УГК-1 GER » Fr 4. Nov 2016, 13:48

Werde da auch mal meinen Senf zugeben:

Im militärischen Bereich ist man mit den Kandidaten Druckkammer gefahren : "Der Soldat soll lernen, die Zeichen einer Sauerstoffvergiftung frühzeitig zu erkennen" (bei uns Fliegern streiche Sauerstoffvergiftung und setze Sauerstoffmangelerscheinung). Wenn ausreichend viele Kandidaten zur Verfügung standen, konnte man Personal selektieren, das auch unter Berücksichtigung unterschiedlicher Tagesformen in der Lage war, tiefer zu tauchen. So kommen z.B. die bei den russischen IDA Kreislaufgeräten dokumentierten 20 m für max. 15 Minuten zustande.
Das verbleibende Personal konnte immer noch als schiffstechnische Taucher oder Minentaucher mit Pressluft eingesetzt werden.

Gruss

Hajo
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Re: Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon Franz » Fr 4. Nov 2016, 14:32

O²-ler,

das deckt sich mit dem, was Jens Höner hier in Neustadt zum Thema vorgetragen hat. Größere Tiefen sind für kurze Zeit bei manchen personen möglich.

: )
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Re: Dräger O²-Gerät Typenbezeichnung

Beitragvon oxydiver » Sa 5. Nov 2016, 20:08

Hallo Männers,

grundsätzlich ist natürlich die PPO2 Verträglichkeit individuell unterschiedlich. Aber selbst wenn Die damals quasie nicht gespült haben, also Luft im Atembeutel gelassen haben, ist auf 30-40-50m der PPO2 (Partialdruck, heutzutage 1,6) jenseits von Gut und Böse. Auch das Auftauchen aus diesen Tiefen ist ein Blindflug, wenn man nach "Gefühl" O2 nachspeist.

Anbei mal die (Kampfschwimmer) Tabelle von Jens, die sich mit der US Navy Tabelle deckt. Dort sind max.15m für 10 min erlaubt!

Gruß Micha
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HTG2014 O2 tiefen.jpg
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