SLC "Maiale" Piloten, Kalkwechsel unter Wasser

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SLC "Maiale" Piloten, Kalkwechsel unter Wasser

Beitragvon oxydiver » Do 9. Apr 2015, 06:47

Hallo Spezialisten,

Im Buch "Schiffssterben vor Algier" von Manfred Lau geht es um die italienischen und deutschen Kampfschwimmer, deren Ausbildung und eingesetzte Technik in den Jahren 1942-1945. Als Tauchgeräte werden dort O2- Pendelatmer der Firma Pirelli mit kleinen oder etwas größeren Kalkbehälter und ein oder zwei Flaschen verwendet.
Soweit bekannt, aber was mich wundert das die Taucher die "Kalkpatronen" unter Wasser auswechseln konnten(mussten). Das wird mehrfach beschrieben, sowohl in der Ausbildung als auch im Einsatz. Die "Patronen" waren wasserdicht verpackt, mehr wird aber nicht vermerkt. Ich kann wir überhaupt nicht vorstellen wie das gehen soll, hat da jemand eine Idee?


Gruß Micha

Überhaupt werden immer nur CO2 Probleme beschrieben, niemals Hyperoxie obwohl Tauchtiefen von bis zu 35m beschrieben werden. Die "Verluste" waren allerdings hoch, man wusste es wohl nicht besser.
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Re: SLC "Maiale" Piloten, Kalkwechsel unter Wasser

Beitragvon Baelt » Fr 17. Apr 2015, 13:20

Hallo Micha,

SLC "Maiale" Piloten, Kalkwechsel unter Wasser, ist mir noch nicht aufgefallen. Besitze das Buch auch, befindet sich jedoch weitab in meinem Ferienhaus. Steht da wirklich "unter Wasser" ? Wasserdicht verpackt
für einen schnellen Wechsel an Land oder über Wasser kann ich mir schon vorstellen. Aber unter Wasser ? Die Pirelli Konstruktionen auf Deinen Bildern lassen meiner Ansicht nach
nur einen Kalkwechsel über Wasser zu. Der Kalkbehälter war in den Atembeutel fest integriert. Die Befüllung mit Atemkalk erfolgte meines Wissens bei diesen Pendelatmern von oben durch den verschraubbaren Kalkbehälterzugang.
Diese Bauweise finden wir ja auch bei "Pirelli Aro" und "Cressi Aro".

Unten: Schnittzeichnung "Nachkriegsmodell" "Pirelli Polifemo". Dürfte identisch gewesen sein.

Die Beantwortung dieser Frage reizt mich. Versuche die Anschrift von Herrn Lau, Manfred, Autor des 2001 im "Motorbuch Verlag" erschienenen Buches "Schiffssterben vor
Algier: Kampfschwimmer und Marine-Einsatzkommandos im Mittelmeer 1942-1945" zu ermitteln, um ihn selbst danach fragen zu können. Er muss schon älter sein. Aber vielleicht haben wir
ja Glück.

Interessanterweise steht in der Beschreibung des Buches bei Amazon:

Über den Autor und weitere Mitwirkende:
Manfred Lau, 1925 im ostpreußischen Braunsberg geboren, war in seiner Jugend Rettungsschwimmer und Wassersportler. 1942 zur Kriegsmarine eingezogen, durchlief er die Ausbildung zum Seeoffizier ("Walfisch"-Crew 12/42). Als U-Boot-Wachoffizier wurde er 1944 bei der italienischen Sondereinheit Decima MAS als Kampfschwimmer und Torpedoreiter ausgebildet, um anschließend bei der so genannten 1. "Maiale"-Gruppe des deutschen K-Verbandes in San Andrea/Venedig Verwendung zu finden. Als ehemaliger deutscher Kampfschwimmer des II. Weltkriegs gehört er zu den wenigen noch lebenden Zeitzeugen der elitären Kleinkampf-Verbände der Kriegsmarine.


(Mein Großvater war mit 90 auch noch topfit :-))

Gruß
Helmut
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Re: SLC "Maiale" Piloten, Kalkwechsel unter Wasser

Beitragvon oxydiver » Fr 17. Apr 2015, 20:22

Hallo Helmut,

es freut mich auch mal (hier im Forum) was von Dir zu hören. Möglicherweise kommen da auch Übersetzungsfehler ins Spiel, aber folgende Zitate z.B. sind zu finden:

….die Resevepatronen dafür führten wir beim Schwimmen in wasserdichter Verpackung mit. Die Übungsaufgabe war zunächst wassertretend am Floß, später dann im Wasser auf dem Rücken liegend auszuführen...

….führt zwangsläufig zum Funktionsverlust der Kalipatrone. Wenn man sie dann nicht sofort auswechselt …

... beim Wechseln der Patrone unter Wasser musste man natürlich den Atem anhalten und sorgsam darauf achten dass die neue Patrone nicht nass wurde....

… auch ohne den aufgezeigten Notfall war dies unter Wasser notwendig wenn sich die Gebrauchszeit den Ende näherte und man nicht oder nicht mehr auftauchen konnte …

… Als ich am Sonnabend die Kalipatrone wechseln wollte… verlor ich die Gewalt über das Gerät…wir brummten in 28m auf Grund…

...sein Hintermann war leicht benommen von der plötzlichen Talfahrt und musste die Patrone wechseln.....Das Manometer zeigte 30m Wassertiefe an...

.. Luigi langte mit der Hand nach hinten um zu erfahren wieviel Kalipatronen sein Copilot noch hat. Aber erschrocken ....

Allerdings kann ich mir auch nicht plausibel vorstellen wie der Kalkbehälter aufgefüllt, geschweige denn unter Wasser gewechselt werden soll.

Gruß Micha
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