Mitteldruck für Hydromat Einschlauchregler

Re: Mitteldruck für Hydromat Einschlauchregler

Beitragvon Franz » So 21. Aug 2016, 06:40

Hallo Zusammen!

120m Tauchtiefe, ohne Backup etc. . . Ihr habt etwas sehr wichtiges außer Acht gelassen: zusätzlich zur roten Mütze, hatten die Jungs damals an der Britanic noch gelbe Streifen entlang der Ärmel, die sind nicht zu unterschätzen!

Ich bin auch kein Freund von vielen Vorschriften. Trotdem bin ich davon überzeugt, das Richtlinien oder Empfehlungen zum Tauchen mit historischem Gerät angebracht sind. Moderne Ausrüstungskonfigurationen beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit, bei tieferen Tauchgängen sollte man sich daran halten. Nicht vergessen, weder Mensch noch Technik sind unfehlbar. Meine Oma sagte immer: "Der Teufel ist ein Eichhörnchen". . . .

So, jetz hole ich die Zeitung rein, es gibt ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück,
: )
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Re: Mitteldruck für Hydromat Einschlauchregler

Beitragvon Monomat » So 21. Aug 2016, 10:18

Guten Morgen,

wir sind glaube ich alle nicht weit auseinander, wenn überhaupt.
Franz bezieht seine genannte Tauchtiefen ja auf heimische Gewässer mit teilweise schlechter Sicht und teilweise sehr niedrigen Temperaturen, nicht auf warme Gewässer mit toller Sicht.
Mal ehrlich, was sehen wir denn in einem See eigentlich noch unter 5,00 bzw.10,00 m? Fische, Krebse und anderes Getier oder doch Schlick - Geröll - Schlamm - und das bei sehr niedrigen Temperaturen?
Aber sicheres Tauchen hängt nicht allein an der an die zu erwartende Situation angepasste Ausrüstung - sehr wichtiger Bestandteil eines sicheren Tauchgangs ist die Tauchruppe selbst!
Sicheres Tauchen beginnt schon zum Großteil vor dem Sprung ins Wasser. Ein bekannter Taucher und Organisator der "Kieler Woche" sagte mal zu mir und meiner Frau:
"Schwachpunkt ist (fast) immer die Mannschaft - (beim Tauchen und in der Seefahrt)"

Unserer Ausrüstung wird doch, ähnlich der Fahrzeuge von Oldtimer-Enthusiasten- gut und regelmäßig gewartet und gut gepflegt. Ich behaupte sogar, dass unsere Automaten in einem besseren Zustand sind als in der damaligen Zeit....

zum Thema Kompressor:
Danke für die interessanten Infos. Für mich richtig Neuland!! So richtige Sicherheit scheint es nicht zu geben, oder? Also auch etwas Vertrauenssache beim Flaschenfüllen.

zum Thema Calypso:
0,50 Liter "Roten" für jeden pro Tag - ist das nicht etwas wenig? (schmunzel, schmunzel...)

Sicheres Tauchen uns Allen

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Re: Mitteldruck für Hydromat Einschlauchregler

Beitragvon oxydiver » Do 25. Aug 2016, 19:55

Hallo Jürgen und alle Medi Interessenten,

nun haben wir die Antwort aus wirklich sachkundigen Munde. Unser Nichtmitglied Jürgen S. hat mir folgendes gemailt:

Hallo Leute,

habe wieder mal bei euch nach Interessantem gestöbert.
Hier ein paar Informationen zum Hydromat 66
Der Mitteldruck von Hydromat 66 wurde von uns in der Taucherwerkstatt Brandenburg auf 6,5 ATÜ eingestellt. Dann hatte er auch bei gewissenhafter Montage eine Luftdurchsatz von ca. 650 Liter/ min. Messprotokolle des Wiederstandes und des Durchsatzes bringe ich am 24.09. zur Helene mit.
Kopien davon glaube ich hat aber auch Lothar oder Micha von mir bekommen.
Original wurde die Zweite Stufe mit geglühtem Messingdraht auf beide Anschlüssen gebänselt. Da konnte ein Absprängen nicht vorkommen. Schlauchplatzer sind mir nur durch abknicken bekannt. Da die Niederdruckseite durch das Sicherheitsventil geschützt wurde. Der Druck war auf 10 ATÜ eingestellt. Tipp von mir: Einmal in der Saison Funktion überprüfen.
Der Querschnitt der Niederdruck Düse ist beim 66er identisch mit dem vom Zweischlauch.
Messing Bänsel wird anders ausgeführt als mit Schnur. Eigentlich auf dem Bild zu erkennen. Ich zeige es euch aber auch gerne.Bilder im Anhang"

Damit ist doch alles gesagt! Weitere Fragen werden sicher gern an der Helene beantwortet :-)

Gruß Micha
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Re: Mitteldruck für Hydromat Einschlauchregler

Beitragvon stg53 » Fr 28. Apr 2017, 20:19

Moin, mir ist Anfang der 80er Jahre im Tollensesee mal der Schlauch von der 2. Stufe abgeflogen. Boah, hat das schön geblubbert unter Wasser..... Das Problem war dann eher, zeitnahe den lustig tanzenden Schlauch wieder "einzufangen". An der Oberfläche wurde er wieder auf die Tülle gesteckt -und weiter ging der Tauchgang.
Vor einigen Jahren haben wir im See eine 2. Stufe vom H66 gefunden, die ein Kamerad auch in den 80er Jahren dort verloren hatte. Das Fangband an der 2 Stufe hatte also schon seine Berechtigung.
Dieses Problem war aber bekannt. Ab ca 1986 wurden die klaren Schläuche in der zentralen GST Werkstatt (Brandenburg) dann ja deshalb auch mit Klemmschellen befestigt. Die letzten, dann sogar frei käuflichen, Hydromat 66 hatten ja ab 1987 schwarze Schläuche u waren ab Werk mit Schelle geklemmt.

Das Problem bei Draht-Takling war die Kraft (Anzugmoment). War er zu lose, flutschte der Schlauch ab. War er zu fest angezogen, hat der Messingdraht ggf den weichen, klaren Schlauch auf der Tülle beschädigt....
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Re: Mitteldruck für Hydromat Einschlauchregler

Beitragvon oxydiver » Sa 15. Jul 2017, 05:25

Wenn man immer mal im Archiv schmökert, insbesondere hier in den duch Lothars Initiative zu Stande gekommenen Poseidon Scan Projekt, findet sich zum Einstellen des Hydromat im Heft 6/1977 im Artikel "Theorie für die Praxis, Die Bedeutung des Reduktordruckes zweistufiger Lungenautomaten für ihre Leistungsfähigkeit und Einsatztiefe" noch folgender Hinweis:
Hydromat Zwischendruck.jpg
Hydromat Zwischendruck.jpg (26.41 KiB) 625-mal betrachtet

Nun haben wir es doch...

Gruß Micha

P.S. Schön finde in den älteren Artikeln immer wieder das vom selbstständig denkendem Taucher ausgegangen wird der nicht sofort stirbt wenn Einstellarbeiten/Revisionen nicht vom "Spezialisten" mit zig Kursen nach detailierten "Servicemanualen"gemacht werden.
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Re: Mitteldruck für Hydromat Einschlauchregler

Beitragvon Lothar » Mo 17. Jul 2017, 17:35

Hallo Micha,
den Artikel habe ich mir beim Bearbeiten der Hefte für das Archiv neulich auch vorgemerkt.
Komisch, dass man den bisher übersehen hat.
Aber wegen solchen Sachen lohnt sich die Arbeit vielleicht, auch wenn sonst viel politischer Kram sich spreizt.
Gruß,
Lothar
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