Dräger Bocamat

Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Fr 25. Sep 2020, 16:37

Hallo werte Mitstreiter

Bevor ich meine Neuerwerbung weiter auseinander reiße ;), würde ich gerne erstmal bei Euch nachfragen, ob Ihr ein paar Tipps hättet, insbesondere für die erste Stufe.
Habe es nämlich gerade tatsächlich geschafft, den kleinen Pin für den Deckel der 1sten Stufe zu demolieren.
Die Explosionszeichnung und das Benutzerhandbuch für die 2te Stufe habe ich, aber die erste Stufe sagt mir erstmal nix.
Hat jemand da mal Unterlagen, oder habe ich die im Archiv übersehen?
Er scheint dicht und atmet sich recht schwer, aber das ist wahrscheinlich eher normal für so ein altes Teil.
Ich habe noch ein paar weitere Fragen.
Ich glaubte zuerst, dass es bei diesem Modell um das B II handeln müsste, jetzt habe ich eher das Gefühl es ist das B III Modell, kann mich jemand aufklären?
Die Klemmen am Schlauch, kann man die runter und wieder raufbekommen ohne sie kaputt zu machen?
Was soll dieser merkwürdige graue 'Lippenschutz'?
Das Überdruckventil mit einer Plombe gesichert? Oder ist das die 'Drosseldüse''?
Wie messt Ihr bei so einem Regler die Mitteldruck?

Dank Euch schon mal im Voraus......
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Sa 31. Okt 2020, 12:36

Hallo nochmal werte Mitstreiter
Da die Resonanz auf meinen Post recht überschaubar war, habe ich jetzt also den Bocamat auch ohne Tipps mir mal genauer angeschaut.
Keine Ahnung ob das hier jemanden interessiert, aber ich schreibe trotzdem einfach mal etwas dazu, vielleicht hilft es ja jemandem irgendwann mal etwas.
Die 1ste Stufe ist eine recht straight forward konstruierte, unbalancierte, membrangesteuerte, sieht recht wartungsarm aus, knickt bei dynamischen Tests mit relativ hohem Luftdurchsatz (über 200l/m) aber brutal ein, sollte also nicht allzu tief getaucht werden.
Die 2te Stufe ist ein Upstreammodell mit ziemlich miesem Einatemwiderstand (4 – 5mb) über eine Tankfüllung.
Allerdings fehlt bei meinem Regler die Feder, die in die Faltenmembran gehört, das Ansprechverhalten ist dementsprechend schlechter als normal (hat nicht zufälligerweise jemand von Euch so eine abzugeben?)
Die 2te Stufe hat keine Seriennummer, dafür das Mundstück(!)…….
Ist das normal bei Dräger?
Der Bocamat ist also eine recht schlichte Konstruktion mit entsprechenden Atemwerten, offensichtlich für Freizeittaucher, welche sich vor allem im Flachwasser vergnügen wollten.
Hat aber Spaß gemacht das Teil sich mal etwas genauer anzuschauen und zu testen.
Habe das gleiche gerade mit einem GSD Spinnaker B gemacht, das Design war dann qualitativ natürlich etwas ganz anderes (allerdings auch zehn Jahre jünger).
Vielleicht stelle ich da auch mal ein paar Fotos und einen Kommentar ins Forum.
Sonnige Grüße aus Nürnberg....
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Franz » Di 3. Nov 2020, 18:49

Hallo Thomas,
zu deinen Fragen der Reihe nach:
Die erste Stufe ist auch bei anderen professionellen Reglern von Dräger verwendet worden. Es müsste sich eine Wartungsanleitung finden lassen. Ich kenne einen Berufstaucher der das Ding über den Klee gelobt hat.
Der Regler sollte sich nicht schwer atmen, selbst die allerersten Zweischlauchregler von Dräger (PA 60) ließen sich leicht atmen.
Die Schlauchklemmen sägt man seitlich ab. Es gibt sie aus Edelstahl im Internet:
https://www.schellen-shop.de/schlauchbe ... l?nbnet=0#
Die Dinger sind besser als jene mit Schraube. Zumal sie sehr kompakt sind und sehr sicher. Zugedrückt werden sie mit einer normalen Kneifzange.
Das Überdruckventil ist durch eine Kunststoffkappe gesichert und verplombt. Am besten du schließt statt dem Automat ein Druckmesser an die erste Stufe. Wie hoch der Mitteldruck oder der Ansprechdruck des Überdruckventils eingestellt wird, weiss ich nicht. Ich frage in der Szene nach.
Der Lippenschutz ist wohl eine zusätzliche Bequemlichkeit. Probiere mal ohne. . . .
Eine Membranfeder habe ich leider nicht. In solchen Fällen hilft nur einen zweiten Regler zum Ausschlachten kaufen. Die findest du bei unseren Treffen.
Die Nummer auf dem Mundstück ist die Teilenummer.
Der Bocamat wurde u.a. von der Bundesmarine verwendet, er war an einem Notfallatemgerät in U-Booten angeschlossen. Du hast schon Recht, die zweite Stufe ist sehr einfach.
Dräger kommt nicht immer mit Spitzenwerten daher, dafür sind die Geräte unkaputtbar und extrem zuverlässig. Ich tauche seit vielen Jahrzehnten damit.
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Gruß,
Franz
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Mi 4. Nov 2020, 18:08

Hallo Franz

Vielen Dank für Deine Infos und Tipps!
Die Wartungsanleitung für die 1ste Stufe wäre natürlich prima, aber ich habe das Ding auch so auseinander und wieder zusammen bekommen.
Der MD sollte so bei 6bar bei vollem Tank sein ( gemäß der Bedienungsanleitung und der Voreinstellung). Bei 40bar Tankdruck sind es dann ca. 7bar und der Einatemwiderstand (EAW) entsprechend höher.
Habe mich übrigens im Regler getäuscht (das war ein Cyklon 300), als ich vom Einknicken des MDs unter hohem Luftdurchfluss schrieb. Habe leider noch keine Möglichkeit gefunden, wie ich den EAW und den MD gleichzeitig messen kann, fehlt mir eine entsprechende Kupplung.
Ich kann also bis jetzt die Leistungsfähigkeit dieser 1sten Stufe gar nicht genau testen, allerdings waren bis jetzt bei meinen Tests mit sehr alten, membrangesteuerten 1sten Stufen, der dynamische MD meist nicht sehr stabil. Diesbezüglich waren kolbengesteuerte 1ste Stufen der 60er Jahre deutlich leistungsfähiger......
Was ich meinte, war, dass die Luftlieferleistung der 2ten Stufe recht schwach ist, ich habe nicht einmal ca.140l/m hinbekommen. Es bleibt insofern für mich, dass man mit dem Teil besser nicht allzu lange allzu tief tauchen sollte.
Warum die Bocamat 2te Stufe sich so schwer atmen lässt (auch ohne die Feder), kann ich nicht genau sagen.
Wenn ich eine 2te Ventilfeder hätte, dann könnte ich vielleicht sehen, ob sie sich über die Jahre etwas verkürzt hat und deshalb etwas steifer geworden ist.
Es fällt mir auch etwas schwer, mir vorzustellen, dass die Bundeswehr ihre Eliteeinheiten hat mit so einem EAW arbeiten lassen.
Dank Dir für den Schellenshoplink!
Ja, wahrscheinlich muss ich tatsächlich darauf lauern, dass ich in der Bucht oder einem HTG Treffen vielleicht noch einmal so einen bezahlbaren Bocamat finde mit dieser Feder.
Eine Bestellnummer auf einem Mundstück habe ich auch noch nie gesehen.......
Ja, die Drägerkomponenten machen einen guten Eindruck, wundert mich also nicht, wenn die sehr langlebig sind und hier in D immer noch eine treue Fangemeinde haben.
Wie gesagt, dank Dir für Deinen Beitrag, werde demnächst sicher noch einige Fragen mehr haben, wenn ich dann endlich mal an meine Zweischlauchautomaten ranmache....
Herbstliche Grüße aus Nürnberg
Thomas
taino
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Franz » Mi 4. Nov 2020, 20:36

Hallo Thomas,
wegen der offenen Fragen habe ich bei einem ehemaligen Ingenieur von Dräger nachgefragt. Er hat auch Ersatzteile, drücken wir mal die Daumen.
Mal abwarten was da kommt, es dauert bei ihm immer ein paar Tage.
Zweischlauchregler, ich habe einiges an Ersatzteilen hier, nur leider keine Membranen oder Mundstücke.
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Die Fächer haben sich inzwischen etwas geleert.
Gruß,
Franz
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Do 5. Nov 2020, 19:08

Hi Franz

Ich interpretiere jetzt mal die Fotos Deiner Zweischlauchteile als Angebot, mir gegebenfalls damit auszuhelfen, falls ich welche bräuchte.
Ich werde darauf gerne zurückkommen, wüßte ansonsten auch nicht, wo man hierzulande solche Teile erwerben kann! Dank Dir!
Auch wenn ich es mir nicht so sehr vorstellen kann, aber solltest Du vielleicht irgendwann Ersatzteile für Scubapro-Subgear, Aqualung-Apeks, Cressi Sub, Dive Rite, Sherwood-Genesis, Oceanic oder Dive Rite brauchen, dann kannst Du es auch gerne mal bei mir versuchen. Wenn ich sie nicht auf Lager habe, dann kann ich sie aber möglicherweise besorgen.
Dir erst einmal ein schönes Wochenende!
Gruß
Thomas
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Franz » Fr 6. Nov 2020, 09:02

Hallo Thomas,
gut zu wissen, wo es Ersatzteile gibt. In der Historischen Tauchergesellschaft gibt es mehrere Mitglieder, die Einschlauchregler sammeln.

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Ich selbst verwende sie nur als Zweitautomat, da mir das Geblubbere um die Ohren viel zu laut ist. Zweischlauchregler kann man wirkungsvoll schalldämpfen.
Mich würde interessieren, wie die deine Automaten prüfst, Luftlieferleistung, Atemwiderstand etc? Du hast wohl eine Prüfbank. . .

Gruß,
Franz
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon oxydiver » Fr 6. Nov 2020, 17:52

Hallo Thomas

schön das überhaupt wieder etwas Leben in unser Forum kommt. Auch wenn ich nicht so der Spezialist bin, der Kipphebel der 2. Stufe sieht so aus wie bei den meisten Dräger Feuerwehr Preßluftatmern (und auch Medi). Da hat vermutlich der Dräger Baukasten Pate gestanden.
Interessant ist aber auch die Faltenmembran. "Normale" Membranen, vor allem für Zweischlauchregler, kann man ja schon mal nachbauen. Bei dieser dürfte es mit Amateurmitteln schlecht aussehen.

Gruß Micha
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Fr 6. Nov 2020, 19:54

Hi Franz
Whow! Was für eine schöne Sammlung!
Muss ja wohl die Sammlung von Frank sein, oder hat noch jemand eine so vollständige Scubapro und Heathways, Voit und was weiß ich noch Reglersammlung?
Ich habe ja auch so einige Einschlauchregler, insbesondere eben auch Scubaproregler, aber mir fehlen schon noch ein paar der vor 1980er.....
Was meine Prüfbänke angeht, so habe ich eine sehr bequeme, aber nicht so billige mit einem separaten Flow Module noch in der Karibik (auf den ersten Fotos).
Hier in D benutze ich nun eine etwas einfachere Variante, die aber auch sehr gut funktioniert.
Die GMC Bank arbeitet mit einem stufenlosen Motor, der wie ein Staubsauger ein Vakuum produziert, mit dem man dann den EAW sehr präzise messen kann.
Die dynamischen Tests, welche überprüfen ob es eventuell Probleme beim dynamischen MD gibt (knickt er ein bei hohem Luftdurchfluss?) und ob der Venturi funktioniert, bzw. ob er nicht zu stark wirkt (einen nicht 'aufbläst)', sind natürlich nur Tests in Umgebungsdruck.
Da die Flow Bench bis zu ca. 25 SCFM (700l/m) 'ansaugen' kann (vorausgesetzt der Regler schafft das), kann man die Luftmenge, die ein Taucher in einer beliebigen Tiefe verbrauchen würde und die durch die 1ste und die 2te Stufe entsprechend fliessen würde, simulieren.
Die Amis gehen von einem duchschnittlichen Verbrauch pro Minute an der Oberfläche von einem Square Cubic Foot per Minute (SCFM) von 28l aus ( ich glaube hierzulande sind es eher 25l/m).
Nachdem ich den statischen MD geprüft habe und den statischen EAW ermittelt habe, lasse ich zuerst dann 5 SCFM (140l/m) fließen, was einer Luftmenge entspricht, die in ca. 40Meter Tiefe verbraucht würde und notiere den dyn. EAW, dann 7,5 SCFM, 10 SCFM und schließlich 12,5 SCFM (350l/m), was einer Luftmenge entspricht, die in ca 115m Tiefe gebraucht wird.
Bei 10 SCFM notiere ich mir auch den dyn. MD, der eben nicht zu stark absacken sollte.
Wenn die Werte okay sind, dann ist eigentlich klar, dass dieser Atemregler einen Taucher in der jeweiligen Tiefe mit genug Luft versorgen sollte, da alle Komponenten gezeigt haben, dass sie auch bei hohem Luftdurchfluss einwandfrei funktionieren.
Was die Luftlieferleistung betrifft, so kann ich natürlich nur die der 2ten Stufen messen, die der 1sten Stufen zu messen wäre viel zu aufwendig.
Ich kann erkennen wieviel Luft die 2te Stufe abgibt, indem ich die Luftdusche voll durchdrücke und dann schaue wie hoch der Anzeiger in dem senkrechten Behälter steigt.
Die Prüfbank, die ich hier in D benutze, fünktioniert etwas anders als die GMC Bank, sie produziert das Vakuum durch Luft welche durch ein Nadelventil laminar nach oben aus dem Behälter fliesst, ich brauche hier also immer zwei Tanks.
Oxy, ja, die Faltenmembran ist schon speziell. Zum Glück scheint sie noch in einwandfreiem Zustand zu sein. Ja, kann ich mir gut vorstellen dass das Ventil ursprünglich eventuell aus Feuerwehrreglern entstanden ist.
Schöne Grüße
Thomas
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Franz » Sa 7. Nov 2020, 08:31

Hallo Zusammen,
na dass nenne ich mal eine Prüfanlage. . . Könnte man damit auch Zweischlauchregler prüfen?

Da hängt ein Barakuda Einschlauchregler an der Wand, den benutze ich als Notfallgerät zusammen mit besagtem Dräger Druckminderer.

Reservegerät 2.jpg

Was hällst Du von der Konfiguration?

Die Einschlauchreglersammlung gehört unserem Mitglied Michael Kalb.

Gruß,
Franz
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Mo 9. Nov 2020, 19:37

Hallo Franz
Es gibt ja mehrere Möglichkeiten, den statischen MD zu ermitteln (werden einige von Euch so auch wahrscheinlich machen).
Zum einen kann man klassisch mit einem separaten Magnehelic arbeiten und durch 'Hören' und Blick auf das Magnehelic akustisch herausfinden, wann das Ventil der 2ten Stufe öffnet.
Etwas präziser ist ganz klar die Methode, bei der man einen MDmesser an der 1sten Stufe (z.B. am Inflatorschlauch) benutzt, und durch saugen an der 2ten Stufe mit Mund oder Maschine den Wert auf dem Magnehelic in dem Moment notiert, wenn der statische MD durch das Öffnen des Ventils in der 2ten Stufe abfällt.
Diese optische Ermittlung ist wie gesagt einfacher und präziser.
Generell sollte man natürlich auch den EAW eines Zweischlauchreglers messen können, aber wahrscheinlich nur mit der akustischen Methode mit einer einfacheren Prüfbankausführung. Bei meiner Prüfbank hier ist das Zischen des Nadelventils beim Produzieren des MDschlicht zu laut, da könnte ich nicht hören, wenn das Ventil öffnet, soll heißen, zur Ermittlung des EAWs bei Zweischlauchreglern müsste ich mein Scubaprogerät oder eines meiner anderen Teile benutzen.
Für die dynamischen Tests könnte ich dann mein 'Flow Module' benutzen, weil ich ja beim Test sehen kann, wie der Luftdurchfluss und der EAW korreliert, allerdings ohne dabei auch den dynamischen MD messen zu können.
Man müsste nur einen ‚Adapter‘ für’s Mundstück finden oder basteln.
Es gibt da verschiedene Messgeräte, aber die einfachsten und zuverlässigsten, finde ich, werden von Dwyer produziert.
Das digitale Gerät von Scubapro geht natürlich auch recht gut, aber die Software ist ziemlich unpraktisch, ich verwende sie meistens ohne, wenn ich das Ding überhaupt benutze
Wie ich gerade realisiert habe, passt der AIR 2 Adapter prima in meinen Nemrod Shark III Silver zum Messen des statischen EAWs und für mein Flow Module.
Mein Shark bläst leider ab (hab ihn vor kurzer Zeit erst erstanden, und noch nie am Tank gehabt), so kann ich den stat. EAW nicht messen, aber beim Flow Test zeigte er bei 140l/m Flow einen EAW von ca. 7,5mbar, bei 280l/m fast 15,5mbar und bei 340l/m fast 25mbar EAW (Volker würde sagen: Sehr sportlich!).
Werde natürlich versuchen diese Werte bei der Revision zu verbessern, aber dynamisch testen kann ich den Regler zumindest (was den EAW und AW angeht).
Ja, Dein Notfallfläschchen sieht doch sehr gut aus (dafür ist das integrierte Fini in der 1sten Stufe doch perfekt!), mal sehen wann ich mal dazu komme, meine beiden Baramate mir genauer anzuschauen.
Und dem Michael kann ich nur gratulieren, hätte nicht gedacht, dass außer Frank (und mir vielleicht) noch jemand eine so eindrucksvolle Sammlung von Vintage Scubapro Reglern hier hat…….
Sonnige Grüße aus Nürnberg
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Lothar » So 22. Nov 2020, 11:45

Hallo Thomas,
hier taucht die erste Stufe wenigstens mit einem groben Schema mal auf:

draeger-schlauch-tg-pl70-gebranw-1973.pdf
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Franz » Mo 23. Nov 2020, 10:34

Thomas,
hier bekommst du zwei Bocamat erste Stufen für nen Appel und n Ei zum ausschlachten:
https://www.deepseaclassifieds.com/vint ... ators.html

Gruß,
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Franz » Mo 23. Nov 2020, 10:44

Thomas,
was ich noch fragen wollte, auf welcher Insel in der Karibik bist du tätig?

Gruß,
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Mo 23. Nov 2020, 18:23

Hallo Lothar, hallo Franz!
Lothar, vielen dank für die Datei, hatte die vorher nirgends gefunden.
Franz, ein Supertipp!
Habe David schon kontaktiert, er muss aber erst von woanders als sein Zuhause in diesen Tagen die Teile holen, und dann meldet er sich noch einmal bei mir.
Wäre klasse, wenn das klappen würde.....
Ich habe meine Werkstatt in Bavaro, Punta Cana, DR, seit dem Frühjahr leider nicht mehr.
Ich selbst bin ja schon seit Mai 2018 aus privaten Gründen wieder hier in D, aber mein Partner ist mit einem der Flieger des auswärtigen Amtes Anfang April auch nach D gekommen, und will jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr zurück.
Also habe ich den Shop geschlossen, die Ware, Werkzeuge und Geräte in einem Container einlagern lassen, um die Kosten zu verringern, und muss warten bis das Tourismusgeschäft dort wieder richtig anläuft, und dann das Business, oder wenigstens das Equipment verkaufen.
Ja, wirklich schade, aber andere auf der Insel hat es deutlich schlimmer getroffen.....
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon Franz » Di 24. Nov 2020, 09:53

Hallo Thomas,

Doninikanische Republik, dort war ich zum Tauchen an der Westküste, ganz Abseits der Touristenhochburgen. Die Basis lag in der Nähe der provinzhauptstadt Bani. Den Urlaub vergessen wir nie. Ich war der allererste Gast auf der neuen Tauchbasis und gleichzeitig der letzte, weil sie Konkurs gegangen war. Die Hotelanlage war ebenfalls pleite, nur stundenweise fließend Wasser und Strom. Das Essen eine Katastrophe. So habe wir drei Wochen meist von Bananen Kokosnüssen und Papajas gelebt. Die Tauchgänge waren absolute Superklasse, unglaublich klares Wasser, Fische bis zum Abwinken. Nach jedem Tauchgang hatte ich Schiffshalter am PTG. Vor dem Auftauchen habe ich Langusten eingesammelt um die Speisekarte zu bereichern. An den Wochenenden kreuzten die lokalen Drogenbarone in der Hotelanlage auf und ließen ordentlich die Puppen tanzen. Wir waren natürlich eingeladen. Da ging es drunter und drüber. . . Ganz koscher war uns die Sache nicht, da überall bewaffnete Leibwachen herumstanden. Am nächsten Morgen mußten wir den Strand erstmal von den Fixernadeln säubern. Während der drei Wochen waren wir unter der Woche nur zu viert in der Anlage, die für über 100 Gäste angelegt war.

Gruß,
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Re: Dräger Bocamat

Beitragvon taino » Di 24. Nov 2020, 19:03

Ja, Franz, dominikanische Folklore kann recht unterhaltsam sein.......
Die Gegend um Bani war aber schon lange drogen- und bandentechnisch ein Hotspot, mit Auftragsmorden, Entführungen usw., die ein wenig an die Situation in Mexiko erinnern.
Leider bin ich in den 17 Jahren, in denen ich im Osten der Insel gelebt habe, niemals im Südwesten getaucht.
Vielleicht klappt es ja eines Tages doch einmal.......
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